29.11.2011, 09:56 Uhr
Republikaner liefern sich peinlichen Auftritt Afrika ist kein Land. Und wie hieß der Moderator gleich? In einem TV-Duell glänzten die Präsidentschaftskandidaten mit Nichtwissen.
Sechs Wochen vor Beginn der Vorwahlen haben die republikanischen Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur ungewohnt klare Differenzen an den Tag gelegt: In einer vom Fernsehsender CNN gezeigten Debatte stritten die acht Anwärter für die Kandidatur ihrer Partei am Dienstagabend (Ortszeit) über Kernfragen der Außenpolitik.
Einig waren sie lediglich in ihrer Kritik an der Führungsstärke von US-Präsident Barack Obama auf der Weltbühne. Der Demokrat tritt im November 2012 zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit an.
Die Frage des Tempos beim Truppenabzug aus Afghanistan entzweite das Bewerberfeld ebenso wie das Thema, wie im Anti-Terror-Krieg mit der unzuverlässigen Atommacht Pakistan umzugehen sei. Dass der texanische Gouverneur Rick Perry eine Einstellung sämtlicher US-Hilfszahlungen an das Land fordert, nannte die Kongressabgeordnete Michelle Bachmann "hochgradig naiv". Die USA müsse Pakistan eng an sich binden, um das Terrornetzwerk Al-Kaida daran zu hindern, an Nuklearwaffen zu kommen.
Zu einem Schlagabtausch kam es auch über die Einwanderung. Zwar sprachen sich alle Republikaner für eine stärkere Sicherung der Grenze nach Mexiko aus. Vor allem aber der Umfrageführer Newt Gingrich setzte sich für einen "menschlichen Ansatz" bei Abschiebungen illegaler Einwanderer aus. Man dürfe keine "Familien zerstören, die hier ein Vierteljahrhundert gelebt haben", sagte er. Diese Meinung isoliert ihn von einer Mehrheit der republikanischen Wähler. Der Mit-Favorit Mitt Romney kritisierte, Gingrichs Ansatz "ermutigt nur mehr Menschen", illegal in die USA zu kommen.
Fast einmütig sprachen sich die parteiinternen Kontrahenten für einen entschiedenen Kampf gegen Terrorismus auf heimischen Boden aus. So würden alle den "Patriot Act" verlängern, der den Behörden weitreichende Befugnisse zur Überwachung von Amerikanern gibt.
Gingrich machte sich sogar für eine Verschärfung der geltenden Anti-Terror-Maßnahmen stark. "Wir alle sind für den Rest unseres Lebens in Gefahr", so Gingrich. Einer neuen Umfrage zufolge führt er derzeit das Feld der Bewerber vor dem Ex-Gouverneur Mitt Romney an. Die Amerikaner müssten darauf vorbereitet sein, sich selbst vor denjenigen zu schützen, die, "wenn sie könnten, nicht nur uns alle einzeln töten, sondern ganze Städte vernichten würden", sagte Gingrich weiter.
Dagegen argumentierte einer von Gingrichs sieben Konkurrenten, Ron Paul: Die Freiheit dürfe niemals der Sicherheit geopfert werden. Die Anti-Terror-Maßnahmen seien im Gegenteil "unpatriotisch", sagte der für seine liberalen Positionen bekannte Texaner. Der umstrittene sogenannte Patriot Act war im Mai vom US-Kongress bis 2015 verlängert worden.
Der ehemalige Pizza-Unternehmer Herman Cain sowie der einstige Senator Rick Santorum deuteten an, dass vor allem muslimische Bürger eng ins Visier genommen werden müssten. Lediglich der Abgeordneten Ron Paul mahnte eindringlich, nicht weiter "die Freiheit für Sicherheit aufzugeben".
Quelle: dpa , dapd
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