01.12.2011, 07:57 Uhr | Von Peer Meinert
Barack Obama ist ein meisterhafter Rhetoriker, ein Charmeur, der mit Worten zu streicheln vermag. Mit spielerischer Leichtigkeit schafft er es, selbst düstere Nachrichten in wohlklingende Botschaften zu verwandeln. Zum Beispiel, wenn er über seine miesen Aussichten bei der Präsidentenwahl spricht. "Diese Wahl wird nicht so sexy sein wie die erste", sagt er. "Damals war ich noch frisch und neu. Ich hatte keine grauen Haare und jeder liebte die "Hoffnungs"-Poser und so."
Das klingt cool und ironisch, als wolle er Witze machen über die triste Realität und über sich selbst. Nur seine Anhänger wissen mitunter nicht, wie es gemeint ist: Hat der Präsident schon die Hoffnung aufgegeben? Oder ist der Mann noch zum Kampf bereit - trotz aller Widrigkeiten?
Fest steht: Obama ist ein Präsident ohne Fortune. Die Weltfinanzkrise, die er zum Amtsbeginn 2009 geerbt hat, hängt ihm noch immer wie ein böses Bleigewicht um den Hals. Trotz Mega-Konjunkturspritzen hat er das Steuer nicht herumreißen können. Dümpelnde Konjunktur, hohe Arbeitslosigkeit - viele Amerikaner sind frustriert, verbittert.
Selbst Obamas Erfolge wie die Gesundheitsreform werden vom Wahlvolk nicht goutiert. Hinzu kommt eine eher klägliche Bilanz in der Außenpolitik. Und dann ist da noch die Fundamental-Opposition der Republikaner, die nichts anderes vorhat, als Obama bis zum Wahltag am 6. November so oft wie möglich einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Um die Kandidatur der Republikaner bewerben sich bunte Vögel und ernste Gegner Obamas. Wer sind sie und was haben sie vor? zur Foto-Serie
Hat der Mann, der beim Einzug ins Weiße Haus wie ein Messias gefeiert wurde, seine Chancen bereits verspielt? Umfragen sagen beharrlich, dass nur noch wenig mehr als 40 Prozent der Amerikaner mit ihrem Präsidenten zufrieden sind.
Dabei ist die statistische Wahrscheinlichkeit auf der Seite Obamas: In aller Regel gewinnt der Mann im Weißen Haus die Wahlen. Selbst dann, wenn sein Image arg ramponiert ist. So schaffte es Bill Clinton und auch George W. Bush - Bush trotz des Irakdebakels. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden nur drei Amtsinhabern ein zweites Mandat verwehrt: Gerald Ford, Jimmy Carter und George Bush Senior.
Letzterer genoss nach dem Irakkrieg 1991 zwar höchste Popularitätswerte, doch als die Wirtschaft dann kippte, brach ihm dies das Genick. "It's the economy, stupid" - hieß damals das Schlagwort. "Es liegt an der Wirtschaft, Dummerchen." Obama dürften die Ohren klingeln.
Selbst die Demokraten-freundliche Denkfabrik Center for American Progress muss einräumen, "dass das anhaltende wirtschaftliche Übel sowie die hochmotivierte Basis der Republikaner den Vorteil des Amtsinhabers möglicherweise neutralisieren könnte".
Doch Obama hat noch einen Trumpf im Ärmel: die Schwäche seiner Gegner. Seit Monaten tingeln die republikanischen Bewerber durchs Land, es reiht sich eine TV-Debatte an die andere - doch die Wähler reagieren kühl. Ob Ex-Gouverneur Mitt Romney (er hatte es 2008 schon mal versucht), Texas-Gouverneur Rick Perry oder Herman Cain (Ex-Chef der Pizzerienkette Godfather's) - keiner vermag die Amerikaner mitzureißen.
Perry blamierte sich mit einem Blackout: er konnte sich bei einer Debatte partout nicht mehr an das dritte Ministerium erinnern, das er abschaffen wollte. "Oops" entfuhr es dem Texaner, der ansonsten einen Gang und einen Dialekt à la John Wayne pflegt. Cain stolperte über Vorwürfe sexueller Belästigung und hatte zudem sein eigenes "Oops"-Erlebnis. Er wusste plötzlich nichts zum Thema Libyen zu sagen, hatte quälend lange ratlos geschwiegen, bis er sich zu einem "Okay, Libyen" durchrang.
Derzeitiger Favorit bei den Republikanern ist Newt Gingrich, ein altes republikanisches Schlachtross. In den 1990er Jahren war er der starke Mann im Kongress und Gegenspieler Clintons - doch Clinton wurde damals wiedergewählt. Dennoch, neben seinen Konkurrenten wirkt Gingrich seriös und ernsthaft. "Ist Gingrich der einzige Erwachsene im Raum?", fragt das "Time Magazine".
Obama, die einstige Lichtgestalt, sagte unlängst auf die Frage, ob er denn nicht schon zum "underdog", zum Außenseiter bei den Wahlen, geworden sei: "Absolut". Doch dann fügte er hinzu: "Es macht mir nichts aus. Ich bin es gewohnt, ein Außenseiter zu sein." Noch ist alles offen bei der Präsidentenwahl.
Quelle: dpa
Hmm schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 17:44:43
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naja
Wie sollte er auch was bewirken wenn die Reps alles abgewürgt haben? Hoffe die Amis wissen das selbst und verteufeln die Reps. Aber ich
denke so klug sind die nicht und wählen genau die die die ganze Misere überhaupt angerichtet haben. Aber was solls. Dann geht endlich diese Krise endgültig vorbei. Denn das wäre der letzte Schubs in den Abgrund. Unter den Reps wäre nichts mehr mit Abzug oder Schuldengrenze.
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Chain schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 17:37:15
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Hm
Naja hoffe mal das die Amerikaner nicht so blöd sind und die wählen die denen das überhaupt eingebrockt haben. Ich mein ein bisschen
was muss doch auch zum dümmsten Amerikaner durchsickern und mal Klick machen. Unter dne Republikanern ging es den USA immer schlechter.
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Simpel schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 14:53:06
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nur wirkliche Führungs-
figuren könnTen mich "beeindrucken". Dazu zählt auch Obama nicht. Obwohl ich ihn für besser halte als
seine Konkurrenz. Wahre Sorge macht mir das amerikanische Volk. Es hat wohl nicht erkannt, dass seine Vormachtstellung zu Ende geht. Die denken + fühlen tatsächlich prähistorisch. Sind auch nicht bereit zu lernen (was sich verändern bedeuten würde). Die könnnen wirklich nur zwischen schwarz/weiß + gut/böse unterscheiden. Bisher konnten die sichs so einfach machen.
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