31.01.2012, 17:10 Uhr | Von Lukas Martin
Kaum zu glauben: Vor nur einer Woche sah es so aus, als würde Shootingstar Newt Gingrich dem Favoriten Mitt Romney im Schlüsselstaat Florida eine weitere bittere Niederlage zufügen. Doch dann startete Romney das, was die "Washington Post" als "Blitzkrieg" bezeichnete - eine gnadenlose Attacke auf seinen konservativen Widersacher in Fernsehen, Radio, Zeitungen, dem Internet und übers Telefon. Gigantische 14 Millionen Euro soll die Schmäh-Offensive gekostet haben; aber sie hat Romney bei Öffnung der Wahllokale einen Umfragevorsprung von 20 Prozentpunkten gebracht.
Auf seinem Stopp in Jacksonville braucht Mitt Romney nur 30 Sekunden, um auf Gingrich loszugehen: "Er verdiente 1,6 Millionen Dollar als Lobbyist für Freddie Mac", erinnerte der Ex-Gouverneur von Massachusetts an die Arbeit seines Kontrahenten für die legendäre "Bad Bank", die den amerikanischen Steuerzahler Milliarden kostete. Dann greift er Gingrichs abstruse Idee einer Mondkolonie auf und setzt zum Todesstoß an: "Schickt ihn auf den Mond!"
Die Menge jubelt und es ist klar, wer Herr bei den republikanischen Vorwahlen in Florida ist. Bei den ersten drei Abstimmungen kürten die Wähler drei verschiedene Kandidaten zu Siegern: Romney, Gingrich und Rick Santorum. Anders als der kleine Agrar-Staat Iowa, das liberale New Hampshire oder das erzkonservative South Carolina, ist Florida der erste ernstzunehmende Staat der Vorwahlen - vielen gilt der "Sunshine State" mit seinen 19 Millionen Einwohnern sogar als Abbild der ganzen Nation.
Ein Sieg hier bringt Schwung, viel Spendengeld und gilt als bestandener Test für die Präsidententauglichkeit. Gerade deshalb räumen Beobachter weder dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum noch dem texanischen Abgeordneten Ron Paul hier Chancen ein.
In punkto Geld hat Gingrich ohnehin ein Problem: Gemeinsam mit seinen Unterstützern konnte er in Florida nur drei Millionen Euro für Werbung ausgeben - offensichtlich bei weitem nicht genug Geld, um seine schlecht bewerteten Auftritte in TV-Debatten wettzumachen. Und im Februar drohen ihm weitere Rückschläge. In Colorado, Minnesota, Missouri, Arizona und Michigan stimmen die Wähler ab. Vier dieser Staaten hat Romney bereits bei seinem letzten Anlauf vor vier Jahren gewonnen und steht heute noch besser da.
Dennoch sieht es nicht nach einem schnellen Sieg in der Kandidatenkür aus: Gingrich hat schon angekündigt, unter allen Umständen bis zur endgültigen Nominierung im August durchzuhalten. Seine Vertrauten sprechen davon, sich durch die kommenden dunklen Tage zu kämpfen, um im März das rettende Ufer zu erreichen: In den konservativen Südstaaten Georgia, Tennessee und Oklahoma, könnte er am “Super Tuesday” Anfang März triumphieren und Romney anschließend in New York und Texas ein heißes Duell liefern.
Obwohl sie ihm selbst im Fall einer erfolgreichen Kandidatur viel Geld und entscheidende Energie im Kampf mit Präsident Obama kosten könnte, scheint Romney die Kämpfermentalität von Gingrich nicht weiter zu beunruhigen. "Wenn jemand sagt 'ich werde durchhalten, egal was passiert', glaubt er, dass er verlieren wird. Das ist kein gutes Zeichen für ihn."
Quelle: dpa
Alex!! schrieb:
am 31. Januar 2012 um 18:12:54
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Gewinner
Zu diesem grotesken Wahlkampf: Amerika ist halt das Land der Gewinner. Bei uns hat jeder eine Chance, Sie und ich!!!
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GH GH schrieb:
am 31. Januar 2012 um 17:32:35
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Vorwahlen USA
dann regt man sich hier über Herrn Wulff auf, dagegen ist seine
Vorteilnahme ein Klacks. Aber so ist Amerika keine Sozial
bzw.
Krankenversicherung für ein Millionenvolk und da werden mal so eben 14 Million Dollar für einen unsauberen Wahlkampf ausgegeben
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Walt schrieb:
am 31. Januar 2012 um 17:25:05
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Romney
Und das nennen die Amis Demokratie, wer das meiste Geld hat macht's.
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