22.06.2011, 14:44 Uhr
10.000 Soldaten sollen bis Jahresende nach Hause fliegen. Insgesamt sind 100.000 US-Soldaten am Hindukusch.
Der Präsident der USA, Barack Obama, will sein Versprechen unbedingt einlösen: Im Juli soll der Abzug amerikanischer Soldaten aus Afghanistan beginnen. Am Mittwoch nennt der Präsident konkrete Zahlen. Vorausgegangen sind intensive Beratungen mit seinem Sicherheitsteam.
In seiner Rede an die Nation will Obama den Amerikanern am Abend konkrete Zahlen zum Truppenabzug aus Afghanistan nennen. Der Präsident habe sein nationales Sicherheitsteam bereits über die Pläne informiert, sagte Regierungssprecher Jay Carney in Washington. Der Abzug soll wie schon vor längerer Zeit angekündigt im Juli beginnen und bis 2014 abgeschlossen sein. Details ließ Carney allerdings offen.
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US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsbeamte berichtet, dass bis Ende dieses Jahres rund 10.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen sollen, die Hälfte davon bereits im Juli. Bis Ende 2012 - rechtzeitig zur nächsten Präsidentschaftswahl - soll die Truppenstärke dann um insgesamt 30.000 schrumpfen. Regierungssprecher Carney bezeichnete diese Berichte allerdings als "spekulativ": "Es ist eine Entscheidung, die vom Präsidenten bekanntgegeben wird."
Zurzeit sind etwa 100.000 US-Soldaten am Hindukusch im Einsatz. Ende 2009 hatte Obama das US-Kontingent noch um gut 30.000 Mann aufgestockt, um mehr militärische und strategische Erfolge im Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan zu erzielen. Bis 2014 wollen USA und NATO die Verantwortung für die Sicherheitslage an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben.
Der scheidende US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte zuletzt vor einem zu schnellen Truppenabzug gewarnt. Am Dienstag gestand er jedoch, dass sich in der amerikanischen Öffentlichkeit eine gewisse Kriegsmüdigkeit entwickelt habe: "Der Präsident muss diese Punkte offensichtlich genauso in die Überlegungen einbeziehen wie die Bedingungen im Feld in Afghanistan."
Die US-Bevölkerung hat sich wohl tatsächlich längst vom Krieg verabschiedet. In einer Umfrage des Fernsehsenders CBS sprachen sich kürzlich 51 Prozent gegen ein weiteres US-Engagement aus, 64 Prozent forderten einen Abzug. Wohl auch wegen des mickrigen Wirtschaftsaufschwungs in den USA.
Aus diesem Grund verabschiedeten die Bürgermeister der größten amerikanischen Städte am Montag auf ihrer Jahrestagung zudem eine Resolution, die das rasche Ende der Kriege nicht nur in Afghanistan, sondern auch im Irak fordert. Das Geld - rund 112 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr allein in Afghanistan - müsste stattdessen in neue Arbeitsplätze und die Konjunktur gesteckt werden.
Quelle: dpa , AFP , dapd
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