17.08.2010, 12:46 Uhr
Der Ölriese BP soll das Bohrloch im Golf von Mexiko nun endgültig verschließen (Foto: AP)
Der Ölmulti BP muss nach dem Willen der US-Regierung den Nebenzugang zu der Ölquelle im Golf von Mexiko fertigstellen, mit dem das Bohrloch endgültig versiegelt werden soll. Zuvor hatte BP daran gezweifelt, dass die sogenannte Operation "Bottom Kill" überhaupt noch notwendig ist.
"Die Entlastungsbohrung wird abgeschlossen werden. Wir werden die Quelle schließen", sagte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, nun.
Es werde aber noch diskutiert, wie man dabei vorgehen wolle, um Risiken zu vermeiden. Noch am Donnerstag hatte Allen angedeutet, der "Bottom Kill" sei vielleicht gar nicht nötig.
Es gebe es keine direkte Verbindung mehr zwischen Bohrloch und Quelle, wie Drucktests gezeigt hätten, sagte der Einsatzleiter. Doch ob die Quelle bereits wirklich sicher sei, könne niemand sagen. Durch den zusätzlichen "Bottom Kill" soll nun sichergestellt werden, dass auch ein Hohlraum zwischen dem Innen- und Außenrohr im Bohrloch verschlossen ist. Experten vermuten, dass sich noch Rohöl in der Ringkammer der Bohrleitung befindet.
Bei dem geplanten Manöver werden durch einen Nebenzugang zur Ölquelle, rund 4000 Meter tief im Meeresboden, Schlamm und Zement gepumpt. Allen sagte, er werde eine Anordnung erteilen, wie mit der Entlastungsbohrung weiter verfahren werden soll. Der britische Ölkonzern arbeitet seit Anfang Mai an dem Nebenzugang. Knapp zwei Wochen zuvor hatte das Öl-Drama im Golf von Mexiko begonnen. Die Bohrung ist nur noch etwa zehn Meter von der Quelle entfernt.
Mit der "Static Kill"-Methode war es BP bereits vergangene Woche gelungen, mehr als 15 Wochen nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" das Bohrloch von oben mit Schlamm zu verschließen, bevor vergangenen Donnerstag Zement in den Zugang gepumpt wurde.
Aus dem Leck waren seit Ende April insgesamt etwa 660.000 Tonnen Öl ins Meer geströmt. Die Ölpest gilt als bislang schwerste in der Geschichte der USA.
Derweil hat der von der Ölpest stark betroffene US-Bundesstaat Alabama angekündigt, den britischen Energiekonzern auf Schadensersatz zu verklagen, wie Generalstaatsanwalt Troy King sagte. BP habe dem Staat Alabama und seinen Bürgern schweren Schaden zugefügt. Dafür müsse es einen Ausgleich geben.
Die Klage richte sich neben BP auch gegen die Mitbetreiber der versunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon", die Firmen Anadarko und TransOcean. "Wir klagen auf den Betrag, der nötig sein wird, um Alabama wieder aufzubauen", sagte King. Eine Summe nannte er nicht.
Gegenüber dem US-Fernsehsender CNN sagte King, die Klage sei Folge der Verzögerungstaktik von BP. Er sprach von "gebrochenen Versprechen" des Ölkonzerns. Er betonte: "Jede weitere Verzögerung bringt unseren Leuten weiteren Schaden." Die Klage könne jederzeit fallengelassen werden, wenn sich BP kooperativ verhalte.
Der Energieriese wies die Vorwürfe zurück. "BP hat sich bereits freiwillig bereit erklärt, allen rechtmäßig angemeldeten wirtschaftlichen Schaden zu übernehmen", sagte eine Sprecherin. BP habe eine Verpflichtung über 20 Milliarden Dollar abgegeben und bereits 352 Millionen bezahlt.
Quelle: AFP , dpa
Johannes schrieb:
am 14. August 2010 um 13:50:45
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BP-Bohrloch
Nun verschließen sie also das eine Bohrloch. Gut. Die haben aber die Ölkammer nicht angebohrt um das Loch gleich wieder zu
verschließen. Die werden mit der neuen Bohrung weiter Öl aus der Quelle pumpen. Wahrscheinlich vorher aber ein besseres Ventil auf das Steigrohr aufsetzen. Ohne von Kameras beobachtet zu werden. Und wenn sich aller Zorn gelegt hat, die Welt will schließlich Öl, wird das Öl aus dieser Quelle abgesaugt.
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