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US-Justiz: Russisches Agentennetz ausgehoben

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US-Fahnder heben russisches Agentennetz aus

30.06.2010, 11:36 Uhr

Szenen wie im Kalten Krieg: Die US-Behörden haben offenbar einen russischen Spionage-Ring ausgehoben (Quelle: afp)

Szenen wie im Kalten Krieg: Die US-Behörden haben offenbar einen russischen Spionage-Ring ausgehoben (Quelle: afp) (Quelle: AFP)

Fast wie zu Zeiten des Kalten Krieges: US-Ermittler haben ein Agentennetzwerk ausgehoben, das für Russland spioniert haben soll. Insgesamt seien zehn Verdächtige in verschiedenen Städten im Nordosten der USA festgenommen worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Gegen alle sei Anklage wegen des Verdachts der Spionage erhoben worden, acht von ihnen werde überdies Geldwäsche vorgeworfen. Die Männer und Frauen sollen teils seit den 1990er Jahren Informanten rekrutiert und Informationen für Russland gesammelt haben.

Die verdächtigten Männer und Frauen sollen den Auftrag gehabt haben, sich Kontakte zur politischen Führungsebene zu verschaffen, wie aus den Gerichtsakten hervorgeht. In den Dokumenten wird aus zahlreichen abgefangenen Nachrichten zwischen den mutmaßlichen Agenten und Moskau zitiert. Die mutmaßlichen Spione sollen ihre Informationen mit ihren russischen Kontaktpersonen mit verschlüsselten drahtlosen Netzwerkverbindungen zwischen Laptops ausgetauscht haben.

Private Kontakte zu Politikern

Eine Geheimbotschaft an Russland dreht sich den Angaben zufolge um einen Wechsel an der Führung des US-Geheimdienstes CIA und um den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008. Zu diesem Zweck sollen private Gespräche mit einem Berater des Kongresses geführt worden sein.

Zu den ausgespähten Personen einer Angeklagten gehörte ein Geschäftsmann in New York, der auch in der Politik aktiv ist. Die mutmaßliche Spionin wurde angewiesen, "Stück um Stück eine Beziehung" zu dem Mann aufzubauen. Gefragt waren Informationen über die US-Außenpolitik und Interna aus dem Weißen Haus.

Jahrelange Ermittlungen

Den Verhaftungen waren laut Ministerium jahrelange Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI vorausgegangen. US-Agenten hätten sich unter anderem als russische Regierungsbeamte getarnt und mit den Verdächtigen getroffen. Die Fahnder schlugen am Wochenende in den US-Staaten New Jersey, New York, Massachusetts und Virginia zu.

Neben den zehn Festgenommenen sei ein weiterer Verdächtiger angeklagt, der noch auf der Flucht sei. Den mutmaßlichen Spionen, die aus den USA, Kanada, Peru und Russland stammen sollen, drohen bis zu 25 Jahre Haft. Zwar wird Agententätigkeit für eine fremde Regierung in den USA mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet, Geldwäsche hingegen mit bis zu 20.

Russland sieht Widersprüche

Nach der Enttarnung hat das russische Außenministerium die Informationen als unstimmig bezeichnet: "Es gibt viele Widersprüche", sagte ein Ministeriumssprecher in Moskau. Russlands Auslandsgeheimdienst SWR lehnte eine Stellungnahme ab. "Wir kommentieren diese Informationen nicht", sagte der Sprecher des SWR der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. "Der von der US-Justiz erhobene Vorwurf ist unbegründet und verfolgt keine guten Ziele", sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums der Agentur Interfax zufolge. Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor in einer ersten zurückhaltenden Reaktion lediglich gesagt, Moskau erwarte eine Erklärung.

Das Szenario "ähnelt Spionage-Skandalen aus dem Kalten Krieg", kritisierte der Sprecher. "Es ist bedauerlich, dass all dies vor dem Hintergrund des Neuanfangs mit Russland geschieht, der von der US-Regierung verkündet wurde."

Der russische Vize-Generalstaatsanwalt und Staatsduma-Abgeordnete Wladimir Kolesnikow forderte als Reaktion auf die Affäre öffentliche Prozesse in Russland gegen vermeintliche US-Spione. "Es ist ja kein Geheimnis, dass in Russland Agenten der US-Geheimdienste arbeiten", sagte der Politiker in Moskau. "Bisher wurden sie aber bei einer Enttarnung bloß stillschweigend aus Russland ausgewiesen, jetzt muss man ihnen wohl den Prozess machen." Er rechne in jedem Fall mit einer "adäquaten Reaktion" Russlands.

US-Behörden wollen über Ermittlungen informieren

Die US-Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie die russische Regierung über die weiteren Ermittlungen informieren werde. Das Weiße Haus gab zunächst keine Stellungnahme zu den Festnahmen und möglichen Auswirkungen auf die Beziehungen zu Moskau ab.

Erst am Donnerstag waren im Weißen Haus US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew zusammengetroffen. Dabei vereinbarten sie eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie eine stärkere Kooperation der Geheimdienste im Kampf gegen den Terror. Obama hatte den Kremlchef dabei als "Freund und Partner" bezeichnet. Medwedew sei "solide und verlässlich".


Quelle: dpa , dapd , AFP

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Kommentare (4)

zum Forum

Thema: "US-Justiz: Russisches Agentennetz ausgehoben"

harry schrieb: am 29. Juni 2010 um 18:31:05
(0) (0) total normal
die amis horchen uns ab die russen die amis u.s.w u.s. viel glück beim lauschen

Kommentar melden

law & order schrieb: am 29. Juni 2010 um 15:59:51
(0) (0) Agenten festgenommen
Das ist Alltag - in Russland und in den USA. Neu ist nur, dass dieses Mal medienwirksame Festnahmen erfolgt sind. Die
Amis werden ihre Gründe dafür haben...
mehr Kommentar melden

James Bond schrieb: am 29. Juni 2010 um 12:14:19
(0) (0) US-Justiz: Russisches Agentennetz ausgehoben
Glaubt hier irgend jemand das die Amis das nicht machen??? Keine der "großen" Nationen
verzichtet auf derratige Tätigkeiten. Und wer von euch ohne Schuld ist der werfe den ersten Stein. Agenten kommen und gehen, das ist in aller Welt so.
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