26.01.2011, 11:51 Uhr
Ursula Sarrazin sieht sich als Opfer der von ihrem Mann Thilo angestoßenen Integrationsdebatte (Foto: imago) (Quelle: imago)
Ursula Sarrazin will offenbar nicht mehr als Grundschullehrerin tätig sein. Ihr Mann Thilo Sarrazin sagte, sie werde sich zum Ende des Schuljahres bis zur Erreichung der gesetzlichen Pensionsgrenze beurlauben lassen. Damit bestätigte er Informationen der "Berliner Zeitung". Ursula Sarrazin war wegen ihrer Unterrichtsmethoden in die Kritik geraten. Sie selbst sieht sich dagegen als ein Opfer der von ihrem Mann angestoßenen Integrationsdebatte.
Nach Angaben von Thilo Sarrazin war der Beurlaubungsantrag der Personalabteilung ihrer Berliner Schule bereits seit Herbst bekannt. "Meine Frau wird im September 60. Wäre ich bei der Bundesbank geblieben, wäre sie mit 63 Jahren aus dem Schuldienst ausgeschieden", sagte der frühere Berliner Finanzsenator. Nach seinem Ausscheiden bei der Bundesbank hätten sich beide überlegt, dass nun auch seine Frau früher aufhören könne, sagte der 65-Jährige.
In den Medienberichten heißt es unter Berufung auf Schulkreise, der Beurlaubungsantrag sei in der vergangenen Woche in der Reinhold-Otto-Grundschule eingegangen. Die Schulaufsicht überlege jedoch, Sarrazin bereits zu den Winterferien Anfang Februar zu beurlauben. Weder eine Sprecherin der Schule noch die Bildungsverwaltung wollten sich bislang zu dem Sachverhalt äußern.
Seit Wochen wird die 59-jährige Lehrerin an der Reinhold-Otto-Grundschule in Berlin-Charlottenburg öffentlich mit Vorwürfen konfrontiert. Nach Medienberichten halten Eltern ihr übermäßige Strenge und Beleidigung von Schülern vor. Nach einem Bericht des "Tagesspiegels" soll Ursula Sarrazin im Jahr 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Andere Eltern verteidigen jedoch ihren Unterrichtsstil. Inzwischen untersucht die Schulaufsicht den Fall.
Das Ehepaar sah die Vorwürfe gegen Ursula Sarrazin als Mobbing und eine Art Sippenhaft an. Seit dem Sommer hatte Sarrazin wegen seiner umstrittenen Thesen zu Ausländern heftige Kritik ausgelöst.
Quelle: t-online.de , dpa , dapd
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