13.02.2012, 11:30 Uhr
Ein Internet-Café Kassel: 2006 ermordeten Neonazis den Besitzer - einer der sogenannten Döner-Morde (Quelle: dpa)
Bei den Vorschlägen für das "Unwort des Jahres" 2011 liegt der Ausdruck "Döner-Morde" klar an der Spitze. Das Schlagwort für die Mordserie an acht türkischstämmigen und einem griechischen Kleinunternehmer sei 269-mal eingereicht worden, sagte die Sprecherin der Jury, Nina Janich. Die Entscheidung soll am Dienstag in Darmstadt bekannt geben werden. Zum Unwort des Jahres 2010 war "alternativlos" gewählt worden.
Mit Abstand folgen bei den Vorschlägen 2011 "Stresstest" (186) und "Rettungsschirm" (136). Den Modebegriff "Stresstest" wählte die "Gesellschaft für deutsche Sprache" (GfdS/Wiesbaden) bereits zum "Wort des Jahres 2011". Ihre Begründung: Das Wort stamme aus der Humanmedizin, sei aber in die Alltagssprache eingegangen. Auch Atomkraftwerke, Regierungen, Banken und Bahnhofsprojekte würden nun "Stresstests" unterzogen. Der für das "Unwort" drittplatzierte Begriff "Rettungsschirm" spielt in der Euro-Krise eine Rolle.
Auf den Plätzen vier und fünf liegen nach der Einsenderzahl für das 21. Unwort zwei Bezeichnungen aus der Diskussion über Nachtflugverbote: "Tagesrandzeit" (105) und "Nachtrandzeit" (68). Mit diesen Begriffen würde "die Nacht nicht mehr Nacht" genannt, sagte Janich.
Die Sprachwissenschaftlerin hat gleich drei persönliche Favoriten. Gleichauf mit "Döner-Morde" liegen für sie "marktkonforme Demokratie" und "Wutbürger" - dieses Wort des Jahres 2010 habe "einen negativen Beigeschmack" behalten.
Für die Wahl eines Unwortes spiele die "Häufigkeit der Einsendungen keine Rolle", betonte Janich. Das Unwort des Jahres 2009 - "betriebsratsverseucht" - "war eine Einzeleinsendung".
Die Jury "Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres" wurde 1991 ins Leben gerufen. Die unabhängige Jury besteht aus sechs Mitgliedern: Vier Sprachwissenschaftler, ein Journalist sowie ein jährlich wechselndes Mitglied aus dem öffentlichen Kultur- und Medienbetrieb entscheiden über die Unwort-Wahl. Dieses Mal ist es der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Vorschläge kann jeder Bürger bis zum 31.12. des betreffenden Jahres unter Angabe der Quelle machen.
2010 | alternativlos | |
2009 | betriebsratsverseucht | |
2008 | notleidende Banken | |
2007 | Herdprämie | |
2006 | freiwillige Ausreise | |
2005 | Entlassungsproduktivität | |
2004 | Humankapital | |
2003 | Tätervolk | |
2002 | Ich-AG | |
2001 | Gotteskrieger | |
2000 | national befreite Zone | |
1999 | Kollateralschaden | |
1998 | sozialverträgliches Frühableben | |
1997 | Wohlstandsmüll | |
1996 | Rentnerschwemme | |
1995 | Diätenanpassung | |
1994 | Peanuts | |
1993 | Überfremdung | |
1992 | ethnische Säuberung | |
1991 | ausländerfrei |
Quelle: t-online.de , dpa
Dagmar Kaul schrieb:
am 13. Januar 2012 um 17:53:30
(0)
(1)
Unwort des Jahres . . .
finde ich zum einen überflüssig und hier diesmal geschmacklos. Ein spezielles Essen aus der türkischen Kultur mit
Mord und Totschlag in Verbiindung zu bringen. Nein, danke . . .
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otti schrieb:
am 13. Januar 2012 um 17:05:58
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(0)
Döner-Morde
Ja ein Unwort da es nur ein Döner-Mord wäre, wenn ein Berliner an den Gammelfleischteilen die dort verkauft werden, verrecken
sollte, was irgendwann auch passieren wird.
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