17.01.2011, 14:02 Uhr
In Teresópolis, in der Nähe von Rio de Janeiro, kamen viele Menschen in Schlammlawinen ums Leben (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Nach der Unwetterkatastrophe in Brasilien ist die Zahl der Toten auf mindestens 610 gestiegen, teilten die Behörden mit. Es wird befürchtet, dass noch weitere Opfer entdeckt werden, da die Einsatzkräfte noch nicht in etliche entlegene Orte vordringen konnten. Derweil erschweren anhaltende Regenfälle im Bergland von Rio de Janeiro die Rettungsarbeiten. Für heute werden erneut heftige Gewitter erwartet.
Unterdessen machte sich unter den Einwohnern der mit am schlimmsten betroffenen Stadt Teresópolis Wut auf die Regierung breit. "Wo ist die Regierung? Worauf wartet sie?", klagte ein 48-jähriger Bauarbeiter, dessen Schwager und Schwägerin vermisst werden.
Der Familienvater Fernando Perfista musste die Leiche seines ältesten Kindes allein aus dem Schlamm bergen. Der 31-jährige Erntehelfer bewahrte die Überreste seines Sohnes im Kühlschrank auf, damit die Hunde nicht über sie herfielen, während er nach den drei Geschwistern des Zwölfjährigen suchte.
Augenzeugen berichteten, dass die wenigen eingesetzten Hubschrauber nur die Verletzten mitnähmen und keine Leichensäcke, Lebensmittel oder Wasser brächten.
In einer Notunterkunft in Teresópolis notierten Freiwillige die Namen der Überlebenden. Die Listen wurden an den Wänden aufgehängt. Vor ihnen drängten sich verzweifelte Menschen in der Hoffnung, einen Angehörigen zu entdecken. Es seien kriegsähnliche Zustände, beklagte einer der 163.000 Einwohner der Stadt, die rund 90 Kilometer von Rio de Janeiro entfernt liegt.
Die UN-Beauftragte Margareta Wahlström kritisierte die brasilianische Regierung, keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen zu haben. "Diese Art von Tragödie muss nicht passieren", sagte sie in Genf. Die Regierung hätte ein Frühwarn- und Notfallsystem einrichten müssen.
Der Zivilschutz des Staates Rio teilte auf seiner Website mit, dass in Teresópolis mindestens 263 Menschen getötet worden seien, 274 im benachbarten Nova Friburgo, 55 in Petrópolis sowie 18 in der Stadt Sumidouro.
In Brasilien kommt es während der Regenzeit oft zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Nach Angaben des in Brüssel ansässigen Instituts "Internationale Katastrophen-Datenbank" handelt es sich bei den jüngsten Unwettern jedoch um die schlimmste Naturkatastrophe seit den Überschwemmungen und Erdrutschen vor 43 Jahren. Damals kamen 785 Menschen ums Leben.
Quelle: dapd
Hansi schrieb:
am 16. Januar 2011 um 14:17:14
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Umweltkatastrophe
Das abholzen des Regenwaldes begünstigt solch eine Katastrophe.
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