16.01.2011, 18:30 Uhr
In der Unwetter-Region Rio in Brasilien sind bei verheerenden Schlammlawinen mindestens 541 Menschen getötet worden (Foto: AP)
Nach den verheerenden Schlammlawinen in Brasilien ist die Zahl der Toten auf mehr als 540 gestiegen. Die Behörden befürchten derweil Hunderte weitere Opfer. Viele Überlebende der Naturkatastrophe warten noch immer vergeblich auf Hilfe der Regierung.
Am stärksten betroffen war die Stadt Nova Friburgo. Dort wurden 247 Tote gemeldet. In Teresópolis, rund 100 Kilometer von Rio entfernt, starben 231 Menschen. Aus der Umgebung der historischen Stadt Petrópolis meldeten die Behörden 43 Tote.
Die gewaltigen Schlammmassen zerstörten viele Stadtviertel. Tausende Menschen wurden obdachlos und mussten in Notunterkünften ausharren. Die Streitkräfte erklärten, elf Hubschrauber und 500 Mann zur Verstärkung der rund 800 Rettungsleute aussenden zu wollen. Wegen des unaufhörlichen Regens kamen die Rettungsarbeiten nur langsam voran.
Unterdessen machte sich Wut auf die Regierung unter den Einwohnern von Teresópolis breit. "Wo ist die Regierung? Worauf warten sie?", klagte ein 48-jähriger Bauarbeiter, dessen Schwager und Schwägerin vermisst wurden.
Der Familienvater Fernando Perfista musste die Leiche seines ältesten Kindes allein aus dem Schlamm bergen. Der 31-jährige Erntehelfer bewahrte die Überreste seines Sohnes im Kühlschrank auf, damit die Hunde nicht über sie herfielen, während er nach den drei Geschwistern des 12-Jährigen suchte. Augenzeugen berichteten, dass die wenigen eingesetzten Hubschrauber nur die Verletzten mitnähmen und keine Leichensäcke, Lebensmittel oder Wasser brächten.
In einer Notunterkunft in Teresópolis notierten Freiwillige die Namen der Überlebenden. Die Listen wurden an den Wänden aufgehängt. Vor ihnen drängten sich verzweifelte Menschen in der Hoffnung, den Namen eines Angehörigen zu entdecken. Es seien kriegsähnliche Zustände, beklagte einer der 163.000 Einwohner der Stadt.
Margareta Wahlström, UN-Beauftragte für Risikoverminderung bei Naturkatastrophen, kritisierte die brasilianische Regierung, nicht ausreichend Vorkehrungsmaßnahmen getroffen zu haben. "Diese Art von Tragödie muss nicht passieren", sagte sie in Genf. Die Regierung hätte ein Frühwarn- und Notfallsystem einrichten müssen.
In Brasilien kommt es während der Regenzeit oft zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Nach Angaben des in Brüssel ansässigen Instituts Internationale Katastrophen-Datenbank handelt es sich bei den jüngsten Unwettern jedoch um die verheerendste Naturkatastrophe seit den Überschwemmungen und Erdrutschen im Jahr 1967. Damals kamen 785 Menschen ums Leben.
Quelle: AFP , dapd
user1 schrieb:
am 15. Januar 2011 um 16:46:18
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Unwettertote
Es sind grauenhafte Bilder,die man da sieht. Aber ich gehe mal davon aus, daß uns diese Bilder mehr und mehr in Atem halten
werden. Der Mensch greift immer mehr in die Natur ein und ändert vieles nach seinen Vorstellungen. Und das verträgt sich eben nicht. Es leben z.Zt. schon zuviele Menschen auf der Erde, und es werden noch einige Mrd. mehr werden. Wo soll das enden. Ich glaube, die Natur fängt weltweit an sich zu rächen.
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