Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland >

Union will "Warnschussarrest" einführen

...

Union will "Warnschussarrest" einführen

26.04.2011, 17:19 Uhr

Der brutale Überfall in der Berliner U-Bahn hat die Debatte um die Bestrafung jugendlicher Gewalttäter erneut angeheizt (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Der brutale Überfall in der Berliner U-Bahn hat die Debatte um die Bestrafung jugendlicher Gewalttäter erneut angeheizt (Foto: dapd) (Quelle: dapd)

Nach wiederholten Gewaltexzessen in Berliner U-Bahn-Stationen dringt die Union auf die schnelle Einführung eines Warnschussarrests für junge Täter. Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) sagte: "Es muss der Vergangenheit angehören, dass Jugendliche ihre Bewährungsstrafen als Trophäen vorzeigen."

Das Justizministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf, der etwa um Pfingsten vorliegen soll, bestätigte eine Sprecherin von Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Union und FDP hatten bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, einen Warnschussarrest einzuführen. Er soll bei einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe angeordnet werden können und maximal vier Wochen dauern.

Arrest zu Beginn einer Bewährungsstrafe

Unions-Fraktionsvize Krings sagte der "Welt", junge Straftäter sollten mit dem Warnschussarrest konkret erfahren, was es bedeute, hinter Gittern zu sitzen. Damit erhielten sie zu Beginn der Bewährungszeit deutlich die Konsequenzen weiterer Gesetzesverstöße vor Augen geführt. Der Warnschussarrest gilt als "gelbe Karte". Er soll jungen Tätern auch klar machen, wovon sie verschont blieben, indem ihre Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Justizstaatssekretär Max Stadler (FDP) sagte, das Ministerium arbeite daran, künftig "in engen Grenzen auch die Möglichkeit eines Arrests" neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe zuzulassen. Stadler warnte aber davor, immer wieder neue Gesetze zu fordern. Wichtiger seien gut ausgebildete Jugendrichter, die im Gericht die richtigen Worte fänden und in einem Urteil genau die Möglichkeiten wählten, die den Jugendlichen wieder auf den richtigen Weg zurückholten.

Nachrichten
Mann bewusstlos getreten

Überwachungskameras haben den brutalen Angriff am Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße aufgezeichnet. zum Video

Wiefelspütz: Schnelle Aufklärung entscheidend

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, lehnte den Warnschussarrest ab. "Ich denke, dass wir ein völlig ausreichendes Sanktions-Instrumentarium haben", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Die schnelle Aufklärung und der sofortige Zugriff auf die Täter sind das Entscheidende. Das muss gerade bei jungen Menschen möglichst rasch einsetzen", sagte er.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte mehr Polizeipräsenz in Großstädten und mehr Sicherheitspersonal in U- und S-Bahnen. Jugendliche Täter betrachteten den öffentlichen Raum als rechtsfreien Raum, in dem es kaum noch jemanden gebe, der sie zur Ordnung rufe, sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut. Er kritisierte, Verstöße gegen Recht und Gesetz würden nur lapidar geahndet. Es lasse sich der Eindruck schwer ausräumen, dass manche sich über die Zukunft des Täters mehr Gedanken machten als über das Schicksal des Opfers.

U-Bahn-Schläger auf freiem Fuß

Anlass für die erneute Diskussion ist eine Gewalttat, die sich in der Nacht zum Ostersamstag im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße zugetragen hatte. Ein 29-jähriger Mann war am frühen Morgen des Karsamstags von dem 18-jährigen Tatverdächtigen mit Fußtritten so schwer verletzt worden, dass er das Bewusstsein verlor. Ein 21-jähriger Zeuge, der dem Mann helfen wollte, wurde von dem Angreifer und einem gleichaltrigen Begleiter ebenfalls angegriffen und verletzt.

Später stellte sich der Täter der Polizei. Es wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Gegen Auflagen erhielt der Gewalttäter aber Haftverschonung bis zum Prozess und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen den Komplizen des Haupttäters wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, aber auch er wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Freilassung der beiden Täter hatte für scharfe Kritik gesorgt.


Anzeige

Quelle: AFP

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Union will "Warnschussarrest" einführen" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Union will "Warnschussarrest" einführen" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (64)

zum Forum

Thema: "Union will "Warnschussarrest" einführen"

Mattes schrieb: am 26. April 2011 um 18:58:31
(0) (0) Ein Hoch auf die Justiz
Strafgefangenenklamotten an und ab in den Steinbruch zum Steine klopfen. Oder Golf von Mexico Steine säubern 16 Std.
pro Tag. Dabei kann er prima seine Wut loswerden, die er in seinem scheinbar "langen" und "erfahrungsreichem" Leben bereits anstauen konnte.
mehr Kommentar melden

voxpopuli schrieb: am 26. April 2011 um 18:56:02
(0) (0) Warnschussarrest
Erziehungsmaßnahmen wirken nur, wenn sie unmittelbar erfolgen und entsprechend angemessen sind. So ein "Warnschuss" für
solch ein Vergehen, ist längst überfällig.
mehr Kommentar melden

argus schrieb: am 26. April 2011 um 18:55:38
(0) (0) warnschussarrest
solange nieten wie SPD - wiefelspütz von der glorifiziert und leute wie sarrazin bekämpft werden befindet sich das land
der relativierer, der rückgratlosen und der verständnisheischenden im freien fall.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Eine Frau versucht bei den "Redneck Games" in Dublin, einen Schweinefuß mit dem Mund zu fischen. (Quelle: dpa\Erik S. Lesser)

Tierischer Tauchgang. Was sucht diese Frau? mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige