13.09.2010, 09:09 Uhr
Künftig sollen Imame an deutschen Universitäten ausgebildet werden (Foto: imago)
Baden-Württemberg soll das erste Bundesland werden, in dem mit Unterstützung der Bundesregierung Imame für die Moscheen ausgebildet werden. Intern sei bereits die Entscheidung gefallen, dass die UniversitätTübingen künftig "Islamische Studien" anbieten wird, berichtet das Magazin "Focus" unter Berufung auf die Stuttgarter Landesregierung. Dort sollen Muslime islamische Theologie studieren, um sich auf die Arbeit als Vorbeter für die Moschee, aber auch als Pädagoge oder Sozialarbeiter, vorzubereiten.
Die Gutachterkommission des Wissenschaftsrates empfiehlt den Angaben zufolge Tübingen. Die Universitäten Freiburg und Heidelberg hatten sich ebenfalls um den Studiengang beworben. Eine Sprecherin der baden-württembergischen Landesregierung sagte, es sei noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Mit ihr sei noch in diesem Monat zu rechnen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte sich für die Einrichtung eines Studiengangs "islamische Theologie" stark gemacht, um eine bessere Integration muslimischer Mitbürger zu erreichen. An deutschen Hochschulen wird bislang nur ein sehr kleiner Teil der islamischen Religionslehrer ausgebildet - hierzu gehört vor allem Münster. Weiterbildungsangebote gibt es an Hochschulen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Der überwiegende Teil der an deutschen Schulen eingesetzten islamischen Religionslehrer wie auch der Imame in den Gemeinden kommt bisher aus der Türkei.
Quelle: dpa
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