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Umweltorganisation WWF feiert 50-jähriges Jubiläum

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Der Panda wird 50 - Jubiläum für die Umweltorganisation WWF

05.09.2011, 14:25 Uhr | Von Sabine Ränsch, dpa

Der Panda ist das Erkennungszeichen des WWF. Die Umweltorganisation wird am 11. September 50 Jahre alt. (Quelle: imago)

Der Panda ist das Erkennungszeichen des WWF. Die Umweltorganisation wird am 11. September 50 Jahre alt. (Quelle: imago)

Sympathisch, knuddelig und bedroht: Der schwarz-weiße Panda ist ein geniales Erkennungszeichen. Von Anfang an begleitet der kleine Bär die 50-jährige Geschichte der internationalen Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF). Die Organisation ist ein Global Player und gilt als politisch einflussreich. Nach eigenen Angaben zählt der WWF heute fünf Millionen Unterstützer rund um die Welt, in Deutschland sind es 430.000. Rund 90 Büros in 40 Ländern nehmen Spenden entgegen.

In Deutschland gab es im Jubiläumsjahr Misstöne. Der WDR strahlte Ende Juni einen Beitrag aus, der die Nähe der Organisation zur Industrie thematisierte und ihr vorwarf, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die die Umwelt schädigen oder Gentechnik betreiben. Daraufhin hagelte es Kritik im Internet. In einem Online-Diskussionsforum gingen nach Angaben von WWF-Sprecherin Astrid Deilmann 3500 Kommentare ein. An der Einladung, am 7. September in Berlin mit WWF-Experten persönlich zu diskutieren, hätten die Kritiker jedoch kein Interesse gehabt.

Viele Mitglieder haben die Organisation verlassen

Für den WWF hatte der Beitrag, der nach den Worten von Deilmann sachliche Fehler enthielt, schmerzliche Folgen: Eine vierstellige Zahl von Mitgliedern habe die Organisation verlassen. Geschäftsführer des WWF Deutschland Eberhard Brandes nennt als Strategie des WWF, das Verhalten jedes Einzelnen und wesentlicher Akteure zu verändern. "Dazu zählen auch Unternehmen. Diese Notwendigkeit werden wir noch deutlicher machen und insgesamt noch transparenter kommunizieren."

Mit der Industrie pflegt die Umweltstiftung traditionell gute Verbindungen. "Die Industrie muss Teil der Lösung werden", sagt Brandes. Das findet Wissenschaftler Niekisch nicht problematisch: Große Unternehmen hätten besondere Möglichkeiten und auch eine besondere Verpflichtung, Umweltschäden zu vermeiden und nachhaltig zu wirtschaften. "Wenn der WWF durch eine 'freundliche' Linie hier etwas bewirken kann, ist das nur zu begrüßen."

Ein führender Vertreter der Ölindustrie wäre heute vermutlich kein Kandidat mehr für die Spitze der Organisation. Von 1977 bis 1981 war Shell-Chef John Loudon WWF-Präsident - das habe Glaubwürdigkeit nach außen gekostet und auch intern wegen der Reaktion auf Unfälle und Chemikalieneinsatz zu Diskussionen geführt, schreibt Alexis Schwarzenbach in seiner zum Jubiläum erschienenen "Biografie" des WWF. Nach der Jahrtausendwende habe die Organisation schließlich die Beziehung zur Ölindustrie abgebrochen, weil sich kein Unternehmen der Branche habe finden lassen, das bereit war, seinen "ökologischen Fußabdruck" zu verringern.

Heute steht die frühere ecuadorianische Umweltministerin und ehemalige Präsidentin der Weltnaturschutzunion IUCN, Yolanda Kakabadse, an der Spitze des WWF International. Aus Gland in der Schweiz werden internationale Aktivitäten gesteuert. Präsident von WWF-Deutschland ist seit 1994 der Versandhausunternehmer Michael Otto.

Für den Artenschutz

Der WWF nimmt für sich in Anspruch, den Artenschutz und die Bewahrung der biologischen Vielfalt vorangebracht zu haben. "Ohne den WWF würde es sicher erheblich weniger Wälder weltweit geben", sagt Brandes.

Ein Manifest, das ein gutes Dutzend Politiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute im April 1961 in der Schweiz verabschiedete, stand am Anfang. Frevel an der Natur, "in einer Orgie gedankenloser und unnötiger Zerstörung" - so sahen die Verfasser des Papiers die Lage der Erde. Im Namen des Fortschritts würden aus Ignoranz, Gier und Dummheit unschuldige Tiere getötet, aus ihren Lebensräumen vertrieben oder mit Chemikalien vergiftet. Das Dokument gilt als Gründungserklärung des WWF. Die Organisation wurde am 11. September 1961 als "World Wildlife Fund" in der Schweiz eingetragen, später wurde der Name in "World Wide Fund for Nature" geändert.

Es war keine Bewegung von unten, sondern eher ein exklusiver Club mit Verbindungen in höchste Kreise der Gesellschaft - bis heute ein Kennzeichen der WWF-Familie. Zwei europäische Prinzgemahle halfen entscheidend beim Aufbau, machten Umweltschutz salonfähig, brachten Glamour ein - und viel Geld. Prinz Bernhard der Niederlande sammelte als erster WWF-Präsident (von 1962 bis 1976) die ersten Millionen. Er rief einen "Club der 1001" ins Leben, in dessen Fonds 1001 Personen je 10.000 US-Dollar einzahlten. Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, engagiert sich bis heute. WWF-Präsident war er von 1981 bis 1996. Zu den Gründungsmitgliedern der deutschen WWF-Sektion (1963) gehörten Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier und der Tierfilmer Bernhard Grzimek.

Werbekampagnen erreichen die Massen

Den Initiatoren kam es darauf an, für den Naturschutz in aller Welt möglichst viel Geld zusammenzubekommen. Das gelinge bis heute, sagt Professor Manfred Niekisch, der selbst in den 1980er Jahren beim WWF Deutschland arbeitete, heute in Frankfurt Internationalen Naturschutz lehrt und den Zoo leitet. "Das Besondere am WWF ist sicher, dass er mit seiner recht großen Werbemaschinerie enorme Geldmittel beschafft." Er erreiche auch Menschen, die sonst nicht unmittelbar zum Naturschutz finden würden. "Der WWF hat dank seines Zugangs zu 'Spitzen der Gesellschaft' politisch großen Einfluss", meint Niekisch, der auch dem Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen angehört.

In den ersten Jahren wurden die Spenden noch an andere Organisationen weitergegeben - allen voran an die Weltnaturschutzunion IUCN, aber auch an Greenpeace. In den 1970er Jahren begann die Planung eigener Projekte und die politische und zunehmend professionelle Lobbyarbeit. Auf allen internationalen Umweltkonferenzen - von Walfangkommission bis Klimagipfel - sind WWF-Experten vertreten. Weltweite Kampagnen gelten dem tropischen Regenwald, den Walen oder dem Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiger. Sie beziehen auch das Wohlergehen der Menschen in den verschiedenen Regionen ein.


Quelle: dpa

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