29.07.2010, 09:30 Uhr
Die Union unter Kanzlerin Angela Merkel schneidet in Umfragen derzeit miserabel ab (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Die Unionsparteien haben in den Umfragen einen neuen Tiefpunkt erreicht: Bei der jüngsten Forsa-Erhebung für "Stern" und RTL sind CDU und CSU bundesweit erstmals seit zehn Jahren unter die 30-Prozent-Marke gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche verloren sie einen Prozentpunkt und kommen damit auf 29 Prozent.
Seit der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres hat die Union damit in der Wählergunst fast fünf Prozentpunkte eingebüßt. Unter 30 Prozent lag sie im "Stern"/RTL-Wahltrend zuletzt Anfang 2000 auf dem Höhepunkt der CDU-Spendenaffäre. Die SPD liegt mit einem Umfragewert von 28 Prozent nun nur noch einen Prozentpunkt im Rückstand.
Die FDP gewinnt in der Umfrage einen Punkt hinzu, bleibt mit fünf Prozent aber weiter schwach. Die Grünen halten ihr Rekordhoch von 19 Prozent, die Linke bleibt bei elf Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich acht Prozent der Wähler entscheiden.
Die Umfrage ergab in der zweiten Woche hintereinander eine rot-grüne Mehrheit im Bund ohne die Linkspartei: Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, könnten SPD und Grüne mit zusammen 47 Prozent erneut mit einer absoluten Mehrheit der Mandate rechnen. Union und FDP kämen gemeinsam nur auf 34 Prozent. Insgesamt haben die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linkspartei mit zusammen 58 Prozent sogar einen Vorsprung von 24 Prozentpunkten vor der schwarz-gelben Koalition aus Union und FDP.
Die Spitzenpolitiker werden zudem schlechter benotet als noch vor acht Wochen. Im neuen Politikerranking des "Sterns" liegt Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit einem Schnitt von 61 Punkten weiter an der Spitze, auch er bekam jedoch zwei Punkte weniger als im letzten Ranking Anfang Juni. Die stärksten Einbußen musste Bundeskanzlerin Angela Merkel hinnehmen. Sie erhielt nur noch 56 Vertrauenspunkte - ein Minus von sechs Punkten. Die CDU-Chefin rangiert nunmehr fünf Punkte hinter Guttenberg auf dem zweiten Platz.
Quelle: dapd , dpa
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