07.04.2011, 12:33 Uhr
Die Mehrheit der Deutschen erwartet höhere Abgaben und Steuern bei geringeren sozialen Leistungen (Foto: imago)
Die Deutschen rechnen in den nächsten Jahren mit Abstrichen bei der sozialen Sicherheit und dem Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das geht aus einer Infas-Umfrage für die Bertelsmann Stiftung hervor. Gefragt nach der Leistungsfähigkeit des deutschen Wirtschafts- und Sozialmodells mit Blick auf das Jahr 2020 antworteten 63 Prozent, dass die gesetzliche Rentenversicherung niedriger ausfallen werde. Abgaben und Steuern werden nach Ansicht von 78 Prozent steigen.
Zugleich werden Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (61 Prozent) und der Pflegeversicherung (50 Prozent) nach Meinung der Befragten sinken.
Um die soziale Sicherheit müsse sich vor allem der Staat kümmern, meinen 93 Prozent der 1000 Befragten. Aber auch jeder Einzelne sei gefordert. Eine wichtige Rolle weisen die Deutschen zudem den Arbeitgebern und den Familien zu. Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsverbände sehen die Befragten weniger in der Pflicht, sich um soziale Sicherheit zu kümmern.
Skeptisch beurteilt die Mehrheit auch die Entwicklung des sozialen Zusammenhalts. So glauben 63 Prozent, dass die Einkommensunterschiede größer werden. 51 Prozent fürchten, der soziale Zusammenhalt werde schwächer. Und 42 Prozent erwarten, dass die individuellen Aufstiegschancen schlechter werden.
Deutlich optimistischer sehen die Befragten die wirtschaftliche Entwicklung. 44 Prozent geben an, in zehn Jahren sei es um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen besser bestellt als heute; lediglich 19 Prozent glauben das nicht. 38 Prozent erwarten ein stärkeres Wirtschaftswachstum.
Trotz der oft betonten Defizite im deutschen Bildungssystem glauben 41 Prozent an eine größere Leistungsfähigkeit der Schüler im internationalen Vergleich im Jahr 2020; nur 18 Prozent denken, das Leistungsniveau werde sinken.
"Bei aller Freude über das große Zutrauen in die Wirtschaftskraft unseres Landes müssen wir erhebliche Anstrengungen unternehmen, dass der soziale Zusammenhalt nicht verloren geht", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gunter Thielen. Schlüssel seien gute Bildungschancen für alle.
Quelle: dpa
spy schrieb:
am 7. April 2011 um 16:31:39
(0)
(0)
@miba
schimpfen ist okay. Nur ist die Grenze zur Diffamierung oft fließend. Solange es mit offenem Visier geschieht kann man das auch noch
akzeptieren. Wenn Sie mit Argumenten kommen und auf Beleidigungen verzichten, bin ich stets bereit mit Ihnen auch kontovers zu diskutieren. In diesem Sinne, schönen Abend.
mehr
Kommentar melden
Franzose schrieb:
am 7. April 2011 um 16:29:39
(0)
(0)
Gesellschaft
Die Gesellschaft macht nur das was ihr vorgelebt, vorgegaukelt wird und nichts anderes.
Kommentar melden
Kaiser schrieb:
am 7. April 2011 um 16:24:18
(0)
(0)
stimmt nicht
Gib dem Kaiser was des Kaisers ist, und gib Gott was Gottes ist. Verstanden?
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video