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U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt

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U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg entdeckt

11.11.2009, 12:31 Uhr | mbe, Spiegel Online

Sonarbild des Wracks (Foto: Deep Sea Productions / MMT) Sonarbild des Wracks (Foto: Deep Sea Productions / MMT)

Vor fast hundert Jahren schickte Winston Churchill die "HMS E18" in den Ersten Weltkrieg - die 31 Seeleute an Bord kehrten nie zurück, das U-Boot blieb verschollen. Jetzt haben ein Suchschiff und ein Tauchroboter das Wrack auf dem Grund der Ostsee geortet. Es ist erstaunlich gut erhalten.

Es waren die Kindertage der Unterwasser-Kriegführung: Im Ersten Weltkrieg schickte Großbritannien einige U-Boote in die Ostsee, um die Eisenlieferungen von Schweden nach Deutschland zu stören und die russische Marine zu unterstützen. Winston Churchill, der später im Zweiten Weltkrieg als britischer Premierminister und Hauptgegner Adolf Hitlers berühmt werden sollte, zeichnete für den Einsatz verantwortlich - er war 1916 der Erste Lord der britischen Admiralität und damit Marineminister der Regierung.

Deutschen Zerstörer torpediert

Unter den britischen Booten befand sich auch die "E18", deren Wrack jetzt - fast ein Jahrhundert nach ihrem Untergang - entdeckt wurde, wie die BBC auf ihrer Website berichtet. Das U-Boot brach demnach am 25. Mai 1916 vom Hafen Reval - heute die estnische Hauptstadt Tallinn - zu seiner letzten Fahrt auf. Am folgenden Tag torpedierte "E18" den deutschen Zerstörer "V 100" und beschädigte ihn schwer, ohne ihn jedoch zu versenken.

Auf eine Mine gelaufen?

Kurz darauf ereilte das U-Boot sein eigenes Schicksal: Vermutlich lief es am 2. Juni auf eine Mine und sank. Andere Berichte besagen, dass "E18" von einem als Handelsschiff getarnten deutschen Kriegsschiff versenkt wurde. Sicher ist nur: Weder das U-Boot noch eines seiner 31 Besatzungsmitglieder kehrten von dem Einsatz zurück; die genaue Lage des Wracks blieb unbekannt. Russlands Zar Nikolaus II. verlieh der Mannschaft postum Orden.

Wrack nahe estnischer Insel entdeckt

Jetzt hat die schwedische Meereserkundungsfirma MMT das Wrack von "E18" nahe der estnischen Insel Hiiumaa gefunden. Die entscheidende Hinweise kamen nach Angaben der BBC von einem Nachkommen eines Besatzungsmitglieds von "E18". Albert Robinson hatte wegen einer Blinddarmentzündung nicht an der letzten Fahrt des U-Boots teilgenommen - und deshalb überlebt. Sein Urgroßenkel Darren Brown, ein Luftfahrtingenieur aus dem australischen Melbourne, habe jahrelange Recherchen über den Verbleib von "E18" angestellt.

Tauchroboter eingesetzt

Das Forschungsschiff "MV Triad" hat das Wrack des U-Boots mit Hilfe von Sonarbildern und eines Tauchroboters aufgespürt. "Es handelt sich ohne jeden Zweifel um ein U-Boot der E-Klasse", sagte der Experte David Hill der BBC. "Und gewisse Details deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um 'E18' handelt."

Außergewöhnlich gut erhalten

Dank des kalten, sauerstoffarmen Wassers der Ostsee und geringen Strömungen an der Fundstelle sei das U-Boot in außergewöhnlich gutem Zustand. "E18" war knapp 55 Meter lang, verfügte über fünf Torpedorohre und schaffte eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten über und zehn Knoten unter Wasser. Warum genau das U-Boot sank, ist weiterhin offen. Der Inhaber der schwedischen Meereserkundungsfirma MMT, Carl Douglas, kündigte an, durch weitere Untersuchungen die Umstände des Endes von "E18" herauszufinden.

"U-72" und "S-2" entdeckt

In diesem Jahr sind bereits zwei U-Boote aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gefunden worden: Im Juni haben Taucher vor der Küste Montenegros das Wrack des deutschen "U-72" gefunden. Nur wenige Wochen zuvor waren finnische Taucher in der Ostsee auf das 1940 gesunkene sowjetische "S-2" gestoßen.



Quelle: Spiegel Online

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