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Polizei nimmt Hausbewohner nach Brandstiftung fest
15.02.2008, 09:14 Uhr
Das Feuer zerstörte das Mehrfamilienhaus in Aldingen komplett (Quelle: dpa)Nach dem Brand in einem Mehrparteienhaus in Baden-Württemberg ist ein Hausbewohner unter dringendem Tatverdacht vorläufig festgenommen worden. In dem Haus wohnten zwar mehrheitlich türkische Familien, trotzdem schließen Polizei und Staatsanwaltschaft einen ausländerfeindlichen Hintergrund der Brandstiftung bisher aus. Der festgenommene 53-jährige Deutsche ist schon früher der Brandstiftung verdächtigt worden. Der Tatverdächtige bestreitet nach Polizeiangaben bislang, das Feuer gelegt zu haben.
Feuer in der Nacht
Das Feuer in dem Haus in dem Ort Aldingen war in der Nacht zum Freitag ausgebrochen. Alle 14 Bewohner des Hauses blieben unverletzt.
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Die Bewohner entgingen einer Katastrophe nur knapp. Ein vorbeifahrender Schichtarbeiter entdeckte das Feuer und klingelte zusammen mit Nachbarn die Bewohner aus dem Schlaf. So konnten sie sich noch rechtzeitig ins Freie retten. Das Feuer habe sich danach "schlagartig" ausgebreitet, sagte ein Polizeisprecher. Der Großteil der Bewohner, darunter fünf Kinder, kam noch in der Nacht bei Verwandten und Bekannten unter. Um die anderen Menschen kümmert sich die Gemeinde Aldingen.
Mehrere Brandstellen
Das Mietshaus in dem 7600 Einwohner zählenden Ort brannte vollständig ab und ist nicht mehr bewohnbar. Die Polizei geht von einem Schaden in sechsstelliger Höhe aus. Die Ermittler fanden drei verschiedene Brandherde, darunter einen brennenden Mülleimer vor dem Gebäude. In dem Haus wohnten zehn Menschen türkischer Herkunft und vier Deutsche. Die fünf Kinder sind zwischen drei und 16 Jahre alt.
"Wir haben mit niemandem Probleme"
Viele Aldinger atmen auf, als klar ist, dass Fremdenfeindlichkeit dabei keine Rolle spielte. "Sowas wollen wir hier nicht haben", sagt eine Nachbarin. Hurye Bulduk, eine ehemalige Bewohnerin des abgebrannten Hauses, stellt klar: "Wir haben mit nichts und niemandem hier Probleme." Sie wohnte mit Mann und Kind seit gut drei Jahren im dritten Stock des schmucklosen Mehrfamilienhauses. Ihren gerade von der Polizei festgenommenen Nachbarn kenne sie gar nicht, sagt sie. Er wohnte erst seit Januar in dem Haus. Der Arbeiter, der die Hausbewohner rettete, sagte, er habe auch zuerst an einen fremdenfeindlichen Anschlag gedacht. "Nazis gibt es auch hier", berichtet der 40-jährige Türke.
Gerichtstermin am Samstag
Der Tatverdächtige wird am Samstag dem Haftrichter vorgeführt. In anderen Gebäuden, in denen er vorher gezündelt haben soll, hätten aber nie Ausländer gelebt, sagte ein Polizeisprecher. Es soll nun auch ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.
Erinnerung an Ludwigshafen
Vor eineinhalb Wochen waren im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen neun Türken beim Großbrand eines Wohnhauses getötet worden. Die Ursache dieses Brandes ist noch ungeklärt. Wie in Ludwigshafen handelt es sich auch in Aldingen um ein älteres Gebäude, in dem viel Holz verbaut wurde. So war die Fassade, an der sich das Feuer vom Erdgeschoss nach oben fraß, mit Holzschindeln verkleidet.
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Feuer in Asylbewerberunterkunft
In Wiesbaden kam es unterdessen am Donnerstagabend zu einem Brand in einer Asylbewerberunterkunft. Durch das Feuer in einer leer stehenden Wohnung im dritten Stock des Gebäudes wurden nach Polizeiangaben zehn Menschen verletzt, darunter acht Kinder. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich durch drei Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren. Sie hätten in der Wohnung eine Wasserpfeife geraucht und danach mit der glühenden Kohle Papierreste angezündet. Als das Feuer außer Kontrolle geraten sei, hätten sie das Haus verlassen.
Quelle: AFP
, dpa