27.02.2010, 12:45 Uhr
Tutanchamun ist wahrscheinlich an Malaria gestorben (Foto: dpa)Der legendäre ägyptische Pharao Tutanchamun ist wahrscheinlich an Malaria gestorben, nachdem sein Körper schon durch eine Knochenkrankheit geschwächt war. Dies hätten radiologische und genetische Tests ergeben, berichtet der Chef der ägyptischen Altertumsverwaltung, Sahi Hawass, im US-Fachblatt "Journal of the American Medical Association".
Es habe sich demnach auch bestätigt, dass Tutanchamun der Sohn des Pharaos Echnaton ist. Die Mumie seiner Mutter wurde gleichfalls entdeckt. Um wen es sich dabei handelt, ist aber weiter unbekannt.
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Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske weltbekannt ist, lebte vor rund 3300 Jahren. Er bestieg den Thron im Alter von nur neun Jahren und starb zehn Jahre später. Schon bisher ging der Großteil der Altertumsforscher davon aus, dass Echnaton (Amenophis IV.) sein Vater war, der mit der berühmten Nofretete verheiratet war. Ob sie die Mutter ist, gilt aber als höchst unsicher.
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Hawass und sein Team untersuchten zwischen 2007 und 2009 insgesamt 16 Mumien, unter denen die von Tutanchamun und 15 weiteren Mitgliedern der königlichen Familie waren. Die Mumien von Echnaton und Tutanchamun hätten mehrere charakteristische Körpermerkmale gemeinsam, hieß es in dem Bericht. Sie teilten zudem dieselbe Blutgruppe. Mutter des Kindpharaos war den Angaben zufolge eine Frau, deren Mumie die Bezeichnung KV35YL trägt. Wer sie war, konnten die Forscher bisher nicht herausfinden.
Nach Gentests litten mehrere Mitglieder der Königsfamilie unter Missbildungen, unter anderem durch die Köhler-Knochenkrankheit. Die Gentests erbrachten bei vier Familienmitgliedern, darunter Tutanchamun, auch Überreste des Parasiten Plasmodium falciparum, der Malaria hervorruft.
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"Eine unzureichende Blutzirkulation im Knochengewebe, die einen Teil der Knochen geschwächt oder zerstört hat, ist zusammen mit Malaria die wahrscheinlichste Ursache für den Tod von Tutanchamun", schrieb Hawass. "Diese Diagnose wird durch den Fund von Gehstöcken und einer Apotheke für das Jenseits in seinem Grab gestärkt."
Quelle: AFP
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