
29.11.2011, 11:00 Uhr
Polizisten demonstrieren in Tunis: Sind sie schuld an den Todesfällen während der Aufstände? (Quelle: Reuters)
In Tunesien haben Hunderte Polizisten gegen die Gerichtsverfahren gegen ihre Kollegen demonstriert. Die 150 inhaftierten Mitglieder der Sicherheitskräfte bekämen keine fairen Prozesse. Die neue Regierung mache die Polizei zum Sündenbock, hieß es aus den Reihen der Demonstranten in der Hauptstadt Tunis.
Während der Proteste gegen den ehemaligen Präsidenten Zine Al-Abidine Ben Ali sollen die Polizisten Hunderte von Aufständischen getötet haben. Die Polizei fordert eine Untersuchung der Todesfälle und legt nahe, dass vor allem Soldaten in die Gewalttaten verwickelt waren.
Währenddessen haben etwa 50 Islamisten den Zugang zur Manouba-Universität in der Nähe von Tunis blockiert und gegen das aus ihrer Sicht zu liberale Bildungswesen demonstriert. Bärtige Männer in traditionellen Gewändern hätten vor der Universität campiert und Studenten den Zugang zu den Fakultäten für Englisch und Französisch verwehrt, teilte das Ministerium für Hochschulwesen mit. Die Islamisten forderten, den Unterricht nach Geschlechtern zu trennen und Kopftücher an den Unis zu erlauben.
Quelle: dapd
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