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Türken bei deutschen Jugendlichen besonders unbeliebt

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Türken bei deutschen Jugendlichen besonders unbeliebt

12.10.2010, 18:02 Uhr

Für die Studie wurden vom KFN mehr als 20.000 Jugendliche - darunter knapp 1600 türkischstämmige - befragt (Foto: ddp)

Für die Studie wurden vom KFN mehr als 20.000 Jugendliche - darunter knapp 1600 türkischstämmige - befragt (Foto: ddp) (Quelle: ddp)

Junge Türken wünschen sich Kontakt zu Deutschen - bei jungen Deutschen sind Türken dagegen besonders unbeliebt. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) rangieren Türken auf dem letzten Platz der Beliebtheitsskala. KFN-Direktor Christian Pfeiffer sieht darin einen der Gründe für Vorurteile türkischer Jugendlicher gegenüber Deutschen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hatten die Wissenschaftler für die Erhebung knapp 1600 türkischstämmige und mehr als 20.000 deutsche Jugendliche gefragt, wen sie gerne als Nachbarn hätten. Allgemein erkennt die Studie eine Präferenz der befragten Personen zum Zusammenleben mit Menschen der gleichen Herkunft. Das heißt: Deutsche haben am liebsten Deutsche als Nachbarn, Türken leben am liebsten mit Türken und Italiener am liebsten mit Italienern zusammen.

An zweiter Stelle der Beliebtheitsskala stehen bei türkischen Jugendlichen dann die Deutschen. 40,9 Prozent fänden deutsche Nachbarn "sehr angenehm", weitere 16,3 Prozent fänden sie "angenehm". Neun Prozent lehnten deutsche Nachbarn ab.

38 Prozent mögen keine türkischen Nachbarn

Deutsche Jugendliche fänden es hingegen nur zu 9,2 Prozent "sehr angenehm", wenn Türken neben ihnen wohnen würden, 38 Prozent mögen keine türkischen Nachbarn. "Die Türken wünschen sich mehr Kontakt zu den Deutschen, aber die Deutschen zeigen ihnen die kalte Schulter", sagte der Leiter der KFN.

Es gebe türkische Jugendliche, die Deutsche beschimpfen und attackieren, so Pfeifer weiter. Dies geschehe aber aus "enttäuschter Liebe". "Sie setzen den Frust darüber, dass sie abgelehnt werden, in Aggression um." Dabei wünschten sich die türkischen Jugendlichen Kontakt zu Deutschen. Wenn die deutschen Jugendlichen auf ihre türkischen Altersgenossen zugehen, gebe es viel weniger Ablehnung, sagte der Kriminologe. Türkische Realschüler und Gymnasiasten äußerten kaum Stereotypen gegenüber Deutschen, unterstrich Pfeiffer. "Die sogenannte Deutschenfeindlichkeit von Muslimen ist ein Bildungsproblem."

Deutschenfeindlichkeit häufig Resultat eigener Opfererfahrung

Von den befragten nichtdeutschen Jugendlichen in Westdeutschland sagte fast ein Viertel (23,7 Prozent), sie hätten schon einmal einen Deutschen beschimpft. 4,7 Prozent sagten, sie hätten schon einmal absichtlich einen Deutschen geschlagen und 2,1 Prozent räumten ein, ein von Deutschen bewohntes Haus beschädigt zu haben. Dabei sieht das Institut aber einen Zusammenhang zu eigener Erfahrung von Fremdenfeindlichkeit: 41,4 Prozent der Jugendlichen, die selbst schon mindestens einen Übergriff erlebt hatten, räumten ein "deutschfeindliches Delikt" ein, von denen ohne Opfererfahrung waren es nur 14,2 Prozent.

Von den Deutschen bekämen die Türken für dieses Verhalten zwar Respekt, geliebt würden sie dafür aber nicht. Die Ablehnung von Seiten der Deutschen resultiere aus "einer Mischung aus Vorurteilen und der Erfahrung auf Schulhöfen mit dem Machogehabe von männlichen türkischen Jugendlichen", erklärte Pfeiffer.

Pädagoge warnt vor französischen Verhältnissen

Lehrer aus Berlin hatten zuletzt verstärkt über Beschimpfungen und Mobbing deutscher Schüler in Problemkiezen geklagt und damit eine bundesweite Debatte ausgelöst. Der Vorsitzende der Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger warte, wenn nichts passiere, drohten in Deutschland Verhältnisse wie im Nachbarland Frankreich, wo an Vorortschulen "Lehrer gejagt" und "Mitschüler terrorisiert" würden.

Er plädierte unter anderem dafür, die Quote von Migrantenkindern in einer Klasse zu begrenzen. Andere Verbände verlangten mehr Sozialpädagogen an Problemschulen, schärfere Sanktionen und andere Stadtplanungen, um die Isolation sozialer Brennpunkte zu vermeiden. Die Verteilung von Deutschen und Migranten in einzelnen Schulen und Schularten müsse ausgeglichener werden, sagte Meidinger, "das Potenzial dafür ist zweifellos da."


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Quelle: dapd , AFP , dpa

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Kommentare (1)

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Thema: "Türken bei deutschen Jugendlichen besonders unbeliebt"

narwaga schrieb: am 12. Oktober 2010 um 18:23:45
(0) (0) Thema: "Türken bei deutschen Jugendlichen besonders unbeliebt
Keinen interresiert das Kind,welches am Brunnenrand spielt,fehlt es dann
hinein,....! Und noch etwas,die Würde des Menschen soll ja unantastbar sein'hab ich mal gehört',wenn sich jeder daran halten würde,wären solch dämliche Umfragen unnötig!!
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