10.08.2010, 12:28 Uhr
Statt der Vorhaut wurde einem kleinen Jungen in der Türkei gleich zwei Drittel des Penis abgeschnitten. Die Familie des Opfers wirft dem staatlichen Krankenhaus vor, es habe den Zwischenfall vertuschen wollen, berichtet die Zeitung "Radikal". Sie will den Mitarbeiter jetzt verklagen. Die Langzeitfolgen für den erst anderthalb Jahre alten Jungen seien noch nicht abzusehen.
Laut "Radikal" hatten die Behörden in der südosttürkischen Provinz Batman armen Familien der Region im Juni angeboten, sie könnten ihre Söhne nach islamischem Ritus in staatlichen Krankenhäusern beschneiden lassen. Das Blatt zitiert die Mutter des Opfers mit den Worten, die Krankenhausmitarbeiter hätten ihr nichts von dem Unfall gesagt, dem Jungen eine Windel angelegt und sie nach Hause geschickt. Erst dort habe sie entdeckt, was geschehen war.
Sie brachte den Jungen daraufhin in ein anderes Krankenhaus, wo ein Arzt geschockt über die Verletzung war. Die Behörden leiteten eine Untersuchung gegen den Krankenhausmitarbeiter ein, der den Unfall laut "Radikal" mit der Fehlfunktion eines technischen Gerätes erklärte.
Quelle: dpa
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