Startseite Jetzt bestellen: Call & Surf Comfort, das DSL-Komplettpaket zum Surfen & Telefonieren

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland >

Trockenere Zeiten für Wodka-Trinker

...
Drucken Drucken

Trockenere Zeiten für Wodka-Trinker

12.02.2010, 19:44 Uhr | Von Benedikt von Imhoff, dpa

Putin will den Alkoholkonsum in Russland drastisch senken (Foto: dpa) Putin will den Alkoholkonsum in Russland drastisch senken (Foto: dpa)Im Wodkaparadies Russland will Regierungschef Wladimir Putin für trockenere Zeiten sorgen. Der Ex-Kremlchef trommelt für eine Großoffensive gegen die Trunksucht im Land: Bis 2020 will er den Alkoholkonsum seiner Landsleute mehr als halbieren.

"Wodka macht aus allen Menschen Russen!" Dieser Trinkspruch des Sängers Iwan Rebroff macht deutlich: Alkohol ist im öffentlichen Leben des Riesenreichs akzeptiert und allgegenwärtig. Kaum ein Empfang ohne Wodka, kein Geschäftsessen ohne Hochprozentiges, keine Familienfeier ohne Sekt.

Alkohol ist allgegenwärtig

Männer, die sich nach Feierabend am nächsten Kiosk für den Heimweg mit einer Flasche Bier eindecken, sind ein alltägliches Bild auf Moskaus Straßen. Auch Staatsvertreter greifen gerne zum Glas. Vor allem dem 2007 gestorbenen Ex-Präsidenten Boris Jelzin wurde ein enges Verhältnis zum Nationalgetränk nachgesagt.

GroßbritannienRegierung will Wettsaufen in Pubs verbieten

18 Liter Alkohol Jahreskonsum pro Kopf

Bier, Schampanskoje und vor allem Wodka sind die Lieblingsgetränke der Russen - und ihr größtes Laster. Etwa 18 Liter reinen Alkohol schütten die Menschen zwischen St. Petersburg und Wladiwostok jedes Jahr im Durchschnitt in sich hinein, in Deutschland sind es zwölf.

Bevölkerung schrumpft

Die Alkoholsucht hat frappierende Auswirkungen - sogar die Bevölkerung im größten Land der Erde schrumpft. Bereits jetzt saufen sich weitaus mehr Menschen in Russland zu Tode als in Westeuropa. Nach offiziellen Angaben sterben jede Stunde acht Russen an den Folgen, jährlich sind es mehr als 75.000. Auch diese verheerende Entwicklung hat jetzt Putin auf den Plan gerufen.

Verkäuferin: "Wodka ist gesund"

"Wodka ist gesund, ich verstehe die Aufregung nicht", sagt Verkäuferin Natalja. In einem Laden der Wodka-Hauptstadt Moskau bewacht sie eine ganze Batterie von Flaschen mit der klaren Flüssigkeit. "Natürlich muss man in Maßen trinken", schiebt die hübsche junge Frau dann zaghaft hinterher. Möglicherweise hat sie noch schnell einen Blick auf den Aufkleber neben dem Regal geworfen: "Kein Alkohol an unter 18-Jährige", steht da.

Mehr aktuelle Nachrichten
NewstickerImmer informiert

Mit Frostschutzmittel gepanscht

Bisher kauften viele Trinker ihr "Wässerchen" - so die genaue Übersetzung von Wodka - billig bei Straßenhändlern, die das Getränk etwa mit Frostschutzmitteln panschten. Schätzungsweise 750 Millionen Liter Wodka wurden im vergangenen Jahr illegal hergestellt. Nun hat Putin einen staatlichen Mindestpreis für Wodka angesetzt.

Staatlicher Mindestpreis

Für eine Halbliter-Flasche müssen Käufer mindestens 89 Rubel - umgerechnet gut zwei Euro - auf die Ladentheke legen. Damit will der Regierungschef ein Alarmsignal senden: Achtung, günstigerer Fusel ist gepanscht und damit lebensgefährlich! Und beim selben Preis, so die weitere Überlegung, werden die russischen Wodka-Kenner garantiert zum qualitativ hochwertigeren Stoff greifen.

Bisher kaum Erfolge

Auch Kremlchef Dmitri Medwedew hatte bei seinem Dienstantritt im Mai 2008 dem Suff den Kampf angesagt, ausländische Wissenschaftler hatten wiederholt wirksame Maßnahmen gefordert. Vorzeigbare Erfolge blieben jedoch bislang aus.

Große Aufklärungskampagne

Nun wird Alkohol etwa aus Sport- und Freizeitanlagen verbannt. Putin wies zudem das Gesundheitsministerium an, acht Millionen Euro für eine Aufklärungskampagne bereitzustellen. Außerdem schüttet die Zentralregierung weitere neun Millionen Euro an die Regionen aus, die mit dem Geld medizinische Geräte beschaffen sollen.

Gefährlicher Industrie-Alkohol als Ersatz

Putin will Ernst machen. Dabei schreckt der Ex-Kremlchef auch nicht vor der nach ihm benannten Wodka-Marke "Putinka" oder dem ebenfalls hochprozentigen "Medwedeff" zurück. Doch Experten warnen bereits, dass sich viele Russen bei höheren Preisen wieder vermehrt mit Industrie-Alkohol oder anderen Ersatzstoffen betrinken.

Putin setzt Popularität aufs Spiel

Mit dem Kampf gegen die "nationale Katastrophe" spielt der beliebte Ex-Kremlchef Putin auch mit seiner eigenen Popularität. Ein warnendes Beispiel ist Michail Gorbatschow: Bereits in den 1980ern wollte der damalige Kremlchef die Trunksucht mit einem Alkoholverbot bekämpfen - nach lautstarken Protesten musste er die Anordnung aber rasch wieder zurücknehmen.

Wodka-Umsatz gestiegen

Doch es besteht dringender Handlungsbedarf: In der Krise greifen immer mehr Russen zum Alkohol, um ihre Probleme im Rausch zu vergessen. Der Umsatz des hochprozentigen Getränks stieg 2009 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent.


Von Benedikt von Imhoff, dpa  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Trockenere Zeiten für Wodka-Trinker" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Trockenere Zeiten für Wodka-Trinker" gefallen hat.

 

Shopping

Einkaufswelt
Gefeierter Franzose
Spitzenweine von Hawesko

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Zum Kennenlern-Preis
Qualitätshemden von Walbusch

Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Weiche Schale, harter Kern!
Weiche Schale, harter Kern! Mit dem richtigen Gepäck macht der Urlaub doppelt Spaß! Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires von koffer-direkt.de

Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.


Downloads & Shops

Dragon Naturally Speaking Home 11
Dragon NaturallySpeaking Home 11 ohne Hardware

Das PC-Diktat zum Sonderpreis. Download

WISO Sparbuch 2012
WISO Steuer-Sparbuch 2012

Holen Sie das Beste aus der Steuererklärung - Ihr Geld. Download

Drei auf einen Streich
Das Rettungs-Simulationspaket (Quelle: rondomedia)

Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen-Simulator. Jetzt kaufen

"Die drei Musketiere"
"Die drei Musketiere"

Einer für alle und alle für einen! Neuverfilmung mit Topbesetzung hier!


Aus anderen Bereichen

Massencrash: A 57 bleibt lange gesperrt
Der Horrorcrash auf der A 57 forderte einen Toten und viele Verletzte (Quelle: dapd)

Autobahnbrücke droht einzustürzen. mehr

Herz der kleinen Lara wiegt 100 Kilogramm
Seit zwei Jahren lebt Lara (5) im Krankenhaus. (Quelle: dpa)

Kind (5) stellt traurigen Rekord auf. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Der neue Glattauer
Der neue Glattauer -  bei Thalia.de

"Ewig Dein": druckfrischer Psycho-
thriller von Glattauer. zum Angebot

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein US-Marine trinkt während eines Überlebens-Trainings im thailändischen Dschungel Kobra-Blut. (Quelle: dpa\Narong Sangnak)

Beeindruckende Bilder und Schnappschüsse. mehr

Anzeige
t-online.de auf Facebook
(Foto: Imago/Montage t-online)

Jetzt Fan werden und mitreden! mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche
Das Satellitenbild zeigt die schneebedeckten Alpen, die sich von Frankreich über Italien, die Schweiz, Deutschland und Liechtenstein bis nach Slowenien erstrecken. An der französisch-italienischen Grenze liegt der Mont Blanc, mit 4810 Metern der höchste Gipfel der Alpen. Insgesamt gibt es in der Bergkette über 20 Gipfel, die höher als 4000 Meter sind. (Quelle: ESA)

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige