19.04.2010, 09:41 Uhr
Der Leichenwagen mit dem Sarg des polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski in der Krakauer Innenstadt (Foto: ddp)
Mit Gedenkminuten und Sirenengeheul über der ganzen Stadt hat in Krakau das Staatsbegräbnis für den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und dessen Frau Maria begonnen. Nach einer Messe in der Krakauer Marienkirche setzte sich der Trauerzug am Nachmittag zur Wawel-Burg in Marsch. Dort soll das Paar in einem Sarkophag in der Gruft der Wawel-Kathedrale an der Seite von polnischen Königen und Nationalhelden die letzte Ruhe finden.
Zu dem Staatsbegräbnis hatten sich ursprünglich zahlreiche Präsidenten, Regierungschefs und gekrönte Häupter angesagt. Doch wegen der Sperrung von weiten Teilen des europäischen Luftraums sagten viele von ihnen ihre Teilnahme am Begräbnis kurzfristig ab, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Unbeeindruckt von der Aschewolke traf dagegen der russische Präsident Dmitri Medwedew am Sonntagmittag noch mit einer Sondermaschine in Krakau ein. Bundespräsident Horst Köhler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle waren per Hubschrauber angereist.
Die Särge waren am Vormittag vom Krakauer Flughafen Balice in die Marienkirche am Hauptmarkt der Altstadt gebracht worden. Deutlich weniger Menschen als erwartet verfolgten die Messe auf dem Platz vor der Marienkirche und auf Großleinwänden. Die Organisatoren hatten mit rund einer Million Trauergästen gerechnet, gekommen waren aber nur knapp 100.000. "Es gibt gewisse Ermüdungserscheinungen durch die Trauerfeiern, die bereits eine Woche dauern", sagte die Soziologin Malgorzata Melchior.
Dass der erzkonservative Präsident Lech Kaczynski auf dem Burgberg Wawel, der ehemaligen Königsresidenz in Krakau und einem der bedeutendsten nationalen Symbole, zur letzten Ruhe gebettet wird, ist umstritten. Kritiker argumentieren, dass er nicht neben Königen und Nationalhelden beerdigt werden sollte. Kaczynski war zusammen mit fast hundert anderen Menschen vor einer Woche bei einem Flugzeugabsturz nahe Smolensk in Westrussland ums Leben gekommen.
Quelle: dpa , AFP
Hausjeep schrieb:
am 18. April 2010 um 16:31:08
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Anstatt Millionen nur 100000 Trauergäste
Vieleicht haben sich in der einen Woche die Polen daran erinnert, dass ihr Präsident während seiner Amtszeit garnicht so geliebt war.
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Till schrieb:
am 18. April 2010 um 16:27:35
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Trauerfeier
Sehe nebenbei die Übertragung. Gibt es einen stärkeren Ausdruck für "unerträglich widerlich"?
Bin überzeugt, dass hier ein
Anstifter zur grobfahrlässigen Tötung vieler Menschen beigesetzt wird. Und dann natürlich die katholische Kirche Polens. Das wäre doch ein Stoff für Roman Polanski...
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hansi schrieb:
am 18. April 2010 um 16:09:10
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Trauer in Polen
ich denke, es geht weniger um den toten Präsidenten als vielmehr um die Art und Weise sowie den Ort, wo er mit seiner Delegation ums Leben kam.
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