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"Gestorben für eine bessere Zukunft Afghanistans"
01.09.2008, 16:40 Uhr | Von Sebastian Raabe, dpa
Trauerfeier für den in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten in der Heilig-Kreuz-Kirche in Zweibrücken (Quelle: ddp)Erschütterung und Trauer ist der Familie, den Kameraden und Politikern anzusehen. "Noch immer können wir es nicht fassen", sagt Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Montag in seiner Trauerrede für den 29 Jahre alte Hauptfeldwebel, der in der vergangenen Woche bei einem Anschlag im Norden Afghanistans ums Leben gekommen war.
Viele haben sich in der Heilig-Kreuz-Kirche im pfälzischen Zweibrücken versammelt, um Abschied zu nehmen. Der Sarg des Unteroffiziers ist mit einer deutschen Flagge bedeckt, Soldaten halten die Totenwache. "Heimtückisch" und "hinterhältig" sei das Attentat gewesen, sagt Jung. "Sie haben ihren Sohn, Sie haben Ihren Lebensgefährten, Ihren Bruder, Sie haben einen Freund verloren." Ein junger Mensch, sei "grausam mitten aus seinem Leben gerissen worden". "Das Leid können wir nicht ungeschehen machen", sagt der Minister. Doch die Angehörigen sollen wissen, dass sie in ihrem Schmerz nicht allein stünden.
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"Gefahr ist allen bekannt"
Allerdings, sagt Jung, die Gefahr des Einsatzes in Afghanistan ist allen Beteiligten bekannt. Auch der getötete Hauptfeldwebel habe das gewusst und dennoch seine Pflicht getan. Erst vor vier Wochen hatte der 29-Jährige seine Ernennungsurkunde zum Berufssoldaten entgegengenommen. Seit 1999 diente er bei der Bundeswehr, wurde im saarländischen Lebach zum Fallschirmjäger ausgebildet.
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"Sein Tod reiße eine Lücke"
Lebenslustig und fröhlich sei er gewesen, ein begeisterter Soldat. Sein Tod reiße eine Lücke. "Worte vermögen da nur unzureichend Trost zu spenden", räumt Jung ein. Aber die Bundeswehr erfülle eine wichtige Aufgabe in Afghanistan. "Er ist ums Leben gekommen, weil er sich aktiv für eine bessere, für eine friedlichere Zukunft in Afghanistan, aber damit auch für die Sicherheit unseres Landes eingesetzt hat", sagt der oberste Dienstherr. Die deutschen Soldaten hätten nach wie vor bei den Menschen in Afghanistan ein hohes Ansehen. Und die Soldaten hätten ein Recht darauf, "dass unsere Gesellschaft hinter ihnen steht". Das unterstreiche auch die Trauerfeier.
"Afghanistan nicht alleine lassen"
"Leider müssen wir auch in unserem Einsatzgebiet feststellen, dass die Sicherheitslage sich verschärft hat", sagt Jung und mahnt zugleich die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes an. Die deutschen Soldaten müssten in Afghanistan nicht mehr nur helfen, schützen und vermitteln, "sondern auch kämpfen", wiederholt er. Der Einsatz sei notwendig und wichtig. Das Land dürfe nicht zurückfallen und wieder zum Ausbildungscamp für Terroristen werden. Jung: "Wir dürfen, auch im Interesse der Sicherheit unserer Bürger, Afghanistan jetzt nicht alleine lassen."
Von Sebastian Raabe, dpa