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Tote und Verletzte bei Anschlägen auf Luxushotels
17.07.2009, 14:36 Uhr
Das Bild einer Überwachungskamera zeigt den Moment der Explosion im Ritz-Carlton-Hotel (Foto: Reuters)
Bei Bombenexplosionen in zwei Luxushotels in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Die Sprengsätze gingen im "Ritz-Carlton" und im nahegelegenen "Marriott"- Hotel hoch. Unter den Toten sollen vier, unter den Verletzten viele weitere Ausländer sein.
Wie der indonesische Sicherheitsminister, Widodo Adi Sucipto, mitteilte, handelte es sich bei den Sprengsätzen um "hochexplosive Bomben". Sie waren demnach am Morgen gegen 8 Uhr Ortszeit (3 Uhr mitteleuropäischer Zeit) in den beiden Luxushotels im noblen Geschäftsviertel Kuningan in Jakarta explodiert.
Mindestens 17 Ausländer verletzt
Nach Angaben des Sicherheitsministeriums wurden mindestens 17 weitere Ausländer verletzt - Staatsbürger aus den USA, Kanada, Australien, Hongkong, Indien, Südkorea, Italien, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden. Über deutsche Opfer wurde bisher nichts bekannt. Unter den Toten befindet sich ein 62-jähriger Neuseeländer, bestätigte der neuseeländische Premierminister John Key.
Dichter Rauch über dem Viertel
Ein Augenzeuge berichtete, er habe nach der Explosion blutüberströmte Ausländer am "Marriott"-Hotel gesehen. Die Polizei riegelte die Hotels ab. Auf der Straße vor dem "Marriott" waren Blutflecken zu sehen. In einem Restaurant am "Ritz-Carlton" waren die Fensterscheiben zersprungen. Die Fassade des "Marriott" schien von außen dagegen nicht stark beschädigt zu sein, über dem Viertel hing eine dichte Rauchwolke. Ein Wachmann sagte, er habe zwei Detonationen gehört, dann seien Menschen aus dem Gebäude gerannt.
Präsident "tief besorgt"
Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Radiosender El Schalit, mehrere Verletzte seien mit Autos aus dem "Ritz-Carlton" gebracht worden. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono zeigte sich "tief besorgt" über die Vorfälle, wie ein Sprecher mitteilte.
Nicht explodierte Bombe zerstört
Nur wenige Stunden nach den zwei Detonationen entdeckten Sicherheitskräfte einen weiteren Sprengsatz. Eine nicht explodierte Bombe sei in einem Raum des "Marriott"-Hotels gefunden worden, sagte Präsidentenberater Dschali Jusuf. Experten hätten den Blindgänger kontrolliert zerstört.
Attentäter waren Hotelgäste
Ersten Ermittlungen zufolge hatten die Attentäter als Gäste in den Hotels eingecheckt. Ein Regierungssprecher sprach von koordinierten Anschlägen. Die Frage, ob die Terrororganisation Jemaah Islamiyah dahinter stehen könnte, ließ er zunächst offen. Der indonesische Terrorismusexperte Rohan Gunaratna erklärte jedoch in einer ersten Analyse: "Die einzige Gruppe mit der Absicht und dem Potenzial, Angriffe auf westliche Ziele auszurichten, ist Jemaah Islamiyah."
Stecken wieder Al-Kaida-Ableger dahinter?
Das "Marriott" war 2003 schon einmal Ziel eines Anschlags gewesen. Damals wurden zwölf Menschen getötet. Für die Tat wurde das südostasiatische Terrornetzwerk Jemaah Islamiyah verantwortlich gemacht, dem enge Verbindungen zum Terrornetzwerk
Al-Kaida nachgesagt werden und die auch für die Anschläge auf Diskotheken auf Bali mit über 200 Toten im Jahr 2002 verantwortlich sein soll. Seit drei Jahren gab es in Indonesien keinen größeren Terroranschlag mehr.
ManU-Team im Ritz erwartet
Im "Ritz" sollte am Wochenende die Fußballmannschaft von Manchester United untergebracht werden, die zu einem Freundschaftsspiel in Jakarta erwartet wurde, wie der indonesische Fußballverband mitteilte.
Dritte Explosion "nur" eine Autobatterie
Nur wenige Stunden nach den mutmaßlichen Anschlägen ereignete sich eine weitere Explosion. Sie sei aber nicht durch eine Bombe, sondern durch eine kaputte Autobatterie ausgelöst worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Dabei sei ein Insasse des zerstörten Kleinlasters ums Leben gekommen.
Quelle: dapd
, AFP
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