13.01.2012, 11:55 Uhr
Ein Chirurg aus Wales in Großbritannien hat einer seiner Patientinnen bei einer OP versehentlich die Leber aus dem Körper gerissen und die Frau damit getötet. Der Mediziner kam jetzt vor Gericht ohne Verurteilung davon, denn das Gericht wertete den schrecklichen Vorfall als Unfall. Die Angehörigen der Toten akzeptierten die Entscheidung.
Die 77 Jahre alte Patientin war an Nierenkrebs erkrankt, weshalb ihr die rechte Niere entfernt werden sollte - eine Routineoperation für die Ärzte des Krankenhauses in Newport, Südwales. Der erfahrene Chirurg ließ eine Assistentin ans Skalpell - ihr Debüt. Als aber Komplikationen auftraten, wurde die Assistentin unsicher, ihr Chef übernahm.
"Ich legte meine Hand in den Körper und spürte ein Organ", sagte der Arzt vor Gericht. Dann zog er ruckartig daran, wie das bei einer Organentnahme üblich sei. Der Anästhesist stellte sofort einen Abfall des Blutdrucks fest, und dem Operateur wurde sein fataler Fehlgriff klar: Er hatte an der Leber statt an der Niere gezogen.
Der Arzt habe die Leber "fehlerhafterweise und unabsichtlich" mit der Niere verwechselt, hieß es im Bericht der Gerichtsmedizin. "Die Leber wurde katastrophal zerrissen und beschädigt, was zum Tod führte." Vermutlich sei das Bauchfell der Frau verletzt gewesen, so dass die Leber absinken konnte und deshalb überhaupt greifbar war, erklärte sich der Arzt sein tödliches Missgeschick.
Quelle: dpa
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