29.10.2011, 16:07 Uhr
Nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten in Augsburg hat die Polizei die mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte ein Sprecher der Polizei jedoch keine Angaben zur Art der Schusswaffe und zum Fundort machen. Nach Medienberichten ist es eine großkalibrige Pistole. Die Polizei sucht mit einer 40-köpfigen Sonderkommission nach den beiden unbekannten Tätern. Rund 100 Hinweise aus der Bevölkerung seien allein zum Motorrad der Täter eingegangen.
Trotz stundenlanger Großfahndung mit Hunderten Beamten, Suchhunden und Hubschraubern fehlt von dem Biker und seinem Beifahrer noch immer jede Spur, obwohl beide zum Schluss zu Fuß flüchten mussten.
Einer der beiden Gesuchten hatte in der Nacht zum Freitag nach einer Verfolgungsjagd wie in einem James-Bond-Film (so der Staatsanwalt) den 41 Jahre alten Familienvater mit mehreren Kugeln tödlich verletzt. Er starb noch am Tatort. Der Beamte hinterlässt eine Frau und zwei Söhne im Alter von 13 und 17 Jahren.
Die beiden flüchtigen Täter stammen vermutlich aus der schwerkriminellen Szene, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Wegen der filmreifen Flucht und der mörderischen Aggressivität gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden eine Straftat verdecken wollten, etwa ein Rauschgiftgeschäft. "Das ist wahrscheinlich ein Verdeckungsmord", sagte Oberstaatsanwalt Günther Zechmann über die Tat.
Laut Polizei wollten der Streifenbeamte und seine Kollegin in der Nacht zum Freitag gegen 2.50 Uhr im Augsburger Naherholungsgebiet Siebentischwald auf einem Parkplatz den Motorradfahrer und dessen Begleiter kontrollieren. Dies sei eine "absolute Routinekontrolle" gewesen, sagte Augsburgs Polizeipräsident Gerhard Schlögel. Die neben dem Motorrad stehenden Männer seien dann aber auf die Maschine gesprungen und davon gerast.
Die Beamten nahmen mit ihrem Streifenwagen die Verfolgung auf. Auf einem unbefestigten, rutschigen Waldweg schließlich stürzten die Motorradfahrer. Die Polizisten näherten sich den Bikern, als einer der beiden - unvermittelt und ohne Vorwarnung - mit einer großkalibrigen Waffe aus rund zehn Metern Entfernung das Feuer auf die Streifenbeamten eröffnete.
Der 41 Jahre alte Beamte habe zwar eine schusssichere Weste getragen, doch mehrere Kugeln trafen den Polizisten "außerhalb des Wirkungsbereichs der Weste", vermutlich an Hals und Kopf. Seine 30-jährige Kollegin erhielt einen Streifschuss in der Hüfte. Sie war jedoch noch in der Lage, ihre Dienstwaffe zu ziehen und die Schüsse zu erwidern. Die beiden Verdächtigen seien daraufhin zu Fuß geflüchtet.
Oberstaatsanwalt Zechmann sagte, die beiden Männer seien angesichts der Dunkelheit und dichten Nebels mit einem sehr hohen Risiko über eine fahrerisch sehr schwierige Strecke geflohen. Es sei wie "James Bond über die Lech-Brücke in Augsburg" gewesen, sagte Zechmann. "Das war ein Tatablauf, den sich auch hartgesottene Ermittler nicht ohne weiteres vorstellen können."
Bislang ist noch unklar, wer von den beiden Personen die tödlichen Schüsse abgab. Auch die Identität der Täter sei noch nicht festgestellt, sagte der Polizeisprecher. Das am Tatort zurückgelassene Motorrad sei jedoch ein guter Anhaltspunkt für die Ermittler. Es handele sich um eine anthrazitfarbene Honda CB 500 mit dem Kennzeichen "A - L 307". Das Nummernschild war jedoch eine Doublette: Der Besitzer des Original-Nummernschilds konnte ermittelt werden, in seiner Garage befand sich das Motorrad mit dem dazugehörigen Schild.
Nach dem tödlichen Schusswechsel hatte die leicht verletzte Beamtin sofort Verstärkung angefordert. Das Waldgelände wurde umstellt. Das Gebiet um das Stauwehr Hochablass und der nördliche Teil des Augsburger Stadtwaldes wurden weiträumig abgesperrt. Ein Großaufgebot der Polizei, darunter Scharfschützen und SEK-Beamte, mit Personensuchhunden und Unterstützung durch Hubschrauber suchte bislang erfolglos nach den Männern.
Vermutlich verfügen die Flüchtigen über gute Ortskenntnisse. Die Ermittler hoffen jedoch auf DNA-Spuren vor allem an dem Motorrad und anderen sichergestellten Gegenständen. Oberstaatsanwalt Zechmann ist daher überzeugt, dass die Polizei die beiden Männer bald identifizieren und auch fassen wird.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich entsetzt über die Tat. Es handle sich um ein "gemeines Verbrechen", das "große Trauer und Bestürzung" ausgelöst habe. Die Menschen in Augsburg und Umgebung wurden aufgefordert, Auffälligkeiten sofort zu melden. Allerdings ist große Vorsicht geboten - wie bewiesen, sind die beiden Flüchtigen bewaffnet und äußerst gefährlich. "Brutale Rechtsbrecher" nannte sie Minister Herrmann: "Wir werden alles unternehmen, um die feigen Mörder dingfest zu machen."
Quelle: dpa , AFP , t-online.de
nüchtern schrieb:
am 29. Oktober 2011 um 19:31:56
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Unfallflucht
@franko
das ist sicher falsch sich betrunken ans Steuer zu setzen
und wenn die Fakten so waren, betrunkener Polizist mädchen
totgefahren dieses in den Straßengraben gesetzt und dann abgehauen, dann sind 8 Monate sicher nicht die gerechte Strafe ob Polizist oder nicht.
aber da gab es noch andere Tatsachen, dieses Geschehen rechtfertigt aber sich er nicht diesen Tod des Beamten, der bewußt ermordet wurde
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egal schrieb:
am 29. Oktober 2011 um 19:27:31
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Polizistenmord
bei einigen Kommentaren hat man echt das Gefühl, die Verfasser outen sich gern als geistige Tiefflieger. Ohne die geringste
Ahnung, wann und unter welchen Umständen die Dienstwaffe zum Einsatz kommen darf. Schon das "ziehen" gilt als Schusswaffengebrauch und muß unter Umständen, gerichtlich geprüft, dem Gesetz stand halten. Dazu noch alle äußeren Einflüsse beachten, dabei beschossen und getroffen werden! Alle diese Sachen in Bruchteilen einer sec. Abwägen und dann richtig handeln. Viel G
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Franz schrieb:
am 29. Oktober 2011 um 19:25:14
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Polizistenmörder
Die Frage, wie das alles passieren konnte, ist jetzt völlig zweitrangig. Absoluter Vorrang hat jetzt die Verhaftung dieser
Schwerkriminellen, bevor diese noch weitere Menschenleben auslöschen. Die gefundene Tatwaffe und
das Motorrad werden ganz sicher die Täter identifizieren. Der Gesetzgeber
muss mit aller Härte diese Mörder bestrafen. Das ist man der Familie des getöteten Polizisten schuldig.
Mein tiefstes Mitgefühl für die Famililie.
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