22.02.2010, 11:45 Uhr
Erdrutsch von Nachterstedt: Das Bild im Juli 2009 ging um die Welt (Foto: dpa)Dass der kleine Ort Nachterstedt in Sachsen-Anhalt von einer tödlichen Gefahr bedroht sei könnte, hätte den Behörden wohl schon seit 1994 bekannt sein müssen. Entsprechende Hinweise liegen dem Mitteldeutschen Rundfunk vor. Im Juli letzten Jahres waren drei Menschen gestorben, als sie mitsamt ihren Häusern in den Concordia-See, einem gefluteten Braunkohle-Tagebau, gerutscht waren.
Der Sender "MDR-Info" berichtet nun über einen Kabinettsbeschluss zu Nachterstedt aus dem Jahr 1994, in dem eine "besondere Gefahrensituation" beschrieben wird, weil sich Kippenbereiche des stillgelegten Tagebaus in Bewegung setzen könnten. Dieser Beschluss sei auch vom Wirtschaftsministerium unterschrieben. Dessen untergeordnete Behörde, das Bergamt, müsste demnach von den unsicheren Kippenbereichen gewusst haben.
Der stillgelegte Tagebau wurde später als Concordia-See geflutet. Nach Angaben des Radiosenders wurden trotz der Hinweise keine zusätzlichen Bodenproben in der Nähe der Siedlung Nachterstedt veranlasst. Ein Gutachter des Bergamtes Sachsen-Anhalt sagte dem Sender, dass Bodenproben lediglich mehrere 100 Meter entfernt von der Unglücksstelle genommen worden waren.
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Nach der großen Katastrophe im Juli 2009, die von einem Mini-Beben ausgelöst wurde, war das Gelände komplett evakuiert worden, weitere Häuser sind einsturzgefährdet. Insgesamt mussten 41 Menschen ihre Häuser für immer räumen.
Quelle: dpa
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