23.11.2011, 11:21 Uhr
Unterschiedliche Strafen für das gleiche Delikt schüren Zweifel an der Gerechtigkeit des Justizsystems (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Der US-Bundesstaat Oregon verzichtet bis auf Weiteres auf die Vollstreckung von Todesurteilen. Gouverneur John Kitzhaber kündigte ein Moratorium bis zum Ende seiner Amtszeit an. Er begnadigte einen zum Tod verurteilten Häftling, der eigentlich noch in diesem Jahr hingerichtet werden sollte, und erklärte zugleich, in seiner Zeit als Gouverneur werde er keine Exekutionen mehr genehmigen.
Zwischen 1996 und 1997 hatte der Gouverneur der Vollstreckung mehrerer Todesstrafen stattgegeben. Heute bedaure er diese Entscheidungen, erklärte Kitzhaber.
"Das waren die quälendsten und schwierigsten Entscheidungen, die ich als Gouverneur treffen musste", erklärte Kitzhaber. "In den vergangenen 14 Jahren habe ich sie immer und immer wieder in Frage gestellt." Er glaube weder, dass Hinrichtungen seinen Staat sicherer, noch, dass sie die USA zu einer besseren Gesellschaft gemacht hätten. Zudem sei er mit dem ungerechten Justizsystem seines Landes nicht einverstanden, erklärte Kitzhaber. So komme es vor, dass Menschen für Verbrechen mit Gefängnis bestraft würden, während andere für vergleichbare Vergehen die Todesstrafe erhielten.
Der Gouverneur von Oregon, John Kitzhaber, gehört der Demokratischen Partei an. Er studierte Medizin und ist Professor an der Oregon Health & Science University. Als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Oregon entwarf er ein neues Krankenversicherungskonzept, für das er von der American Medical Association ausgezeichnet wurde. Kitzhaber wurde 1995 erstmals zum Gouverneur von Oregon gewählt, nach seiner Wiederwahl hatte er dieses politische Amt bis zum Januar 2003 inne. Seit 2011 ist Kitzhaber für eine dritte Amtszeit Gouverneur von Oregon.
Auf dem Papier existiert die Todesstrafe noch in 34 US-Bundesstaaten, nur zwölf von ihnen wandten sie im vergangenen Jahr aber an. Im Jahr 2010 wurden in den USA 46 Menschen hingerichtet.
Quelle: AFP
Gutmensch schrieb:
am 23. November 2011 um 19:54:11
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Fördert die Todesstrafe Morddelikte?
Die Mordraten in US-Staaten mit Todesstrafe sind viel höher als die Mordraten in US-Staaten ohne Todesstrafe.
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A.B. schrieb:
am 23. November 2011 um 18:51:07
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@Sigi
Es geht nicht nur um nachgewiesene Justizmorde (angeblich unvermeidlich). Das ignorieren die Befürworter der Todesstrafe schlicht und
einfach. Für „gerecht“ halten sie es offenbar auch, dass fast nur Arme, Kranke und Angehörige von Minderheiten in den USA in den Todeszellen sitzen. Die anderen sind ohnehin die besseren Menschen.
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Sigi schrieb:
am 23. November 2011 um 17:33:47
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Todesstrafe
Es hat gerade in den USA schon sehr viele Justizmorde gegeben - auf Indizien hin und ohne Beweise.
Darum ist zu begrüssen, dass
gerade in diesem Land ein Umdenken stattfindet. Nicht nur in Sachen Recht und Gerichtswesen sondern auch langsam ein politisches Erwachen bei der Bevölkerung einsetzt!
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