17.01.2012, 08:36 Uhr
Der Todesschütze von Dachau (Bayern) hat als Motive für seine Tat Hass auf Bayerns Justiz und den Eindruck ständiger Ungerechtigkeit genannt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, der 54-Jährige habe fünf Tage nach seinen tödlichen Schüssen im Saal des Amtsgerichts gegenüber seinem Pflichtverteidiger sein Schweigen gebrochen, dabei aber keine Reue gezeigt.
Der Mann hatte am Mittwoch vergangener Woche im Amtsgericht der 40.000-Einwohner-Kreisstadt unweit von München während der Urteilsverkündung erst auf den Richter und dann auf den Staatsanwalt geschossen. Der Richter hatte überlebt, der erst 31 Jahre alte Staatsanwalt war seinen Verletzungen erlegen.
Anwalt Wilfried Eysell berichtete der SZ, der als Hitzkopf bekannte Transportunternehmer habe ihm gesagt, dass er seit sieben Jahren immer vor Gericht verloren habe. Stets sei alles an ihm hängen geblieben. Zum Ablauf der Tat und der illegal erworbenen Waffe habe der Angeklagte aber nichts gesagt.
Der Mann leide an Herzproblemen und den Folgen eines Schlaganfalls. Er habe sich über die Haftbedingungen in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim beklagt. "Reue liegt bei ihm nicht vor. Entweder kann er nicht bereuen, oder er ist noch nicht so weit", sagte Eysell.
Während einer mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht in Dachau hat der Angeklagte einen 31-jährigen Staatsanwalt erschossen. zum Video
Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte dem Blatt, die Anwältin, die den 54-Jährigen in dem Prozess am vergangenen Mittwoch vertreten hatte, rede jetzt inzwischen über das Tatgeschehen. Über das lautstarke Gespräch im Schlosscafé kurz vor der Tat sage sie aber nichts. Die Anwältin hatte sich bislang auf ihre Berufsverschwiegenheit berufen.
Nach Berichten mehrerer bayerischer Zeitungen hatte der 54 Jahre alte Dachauer mutmaßliche Täter am Mittwochnachmittag in einem Café in der Nähe des Amtsgerichts unmittelbar vor seiner Tat auf die Justiz geschimpft. Die "Augsburger Allgemeine" zitiert die Pächterin des Cafés mit den Worten: "Er war sehr laut, poltrig, aggressiv." Der Mann habe sich regelrecht in Rage geredet. "Er schrie 'Scheiß Richter' durch den ganzen Raum; ich hatte den Eindruck, dass er nicht ganz dicht war."
Auch der "Münchner Merkur" hatte von dem Wutanfall des Mannes in dem Café berichtet, das nur 120 Meter vom Dachauer Amtsgericht entfernt liegt. "Der Mann war von Anfang an sehr laut und hat gegenüber seiner Anwältin geschimpft", zitiert das Blatt die Wirtin. Gäste hätten sich beschwert. Die Bitte, sich mit seiner Verteidigerin an einen anderen Tisch zu setzen, habe der 54-Jährige ignoriert. Nach zwei Halben Bier habe der Mann mit seiner Anwältin das Café verlassen.
Quelle: dapd , dpa
Jurist schrieb:
am 17. Januar 2012 um 20:23:02
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(8)
traurig
Bin ich froh, dass den meisten von Euch die Fähigkeiten fehlen, um als Richter, Mediziner oder in einem anderen vergleichbar
anspruchsvollen Beruf jemals Einfluss auszuüben und Verantwortung zu tragen, und dass Ihr darauf beschränkt seid, Euch hier auszutoben. Das eigentliche Krebsgeschwür der Republik dürfte mit Blick auf die Kommentare hier der geistlose Durchschnittsdeutsche sein, der ja stets benachteiligt wird und alles besser weiß und kann, solange er es nicht selbst tun muss
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eva schrieb:
am 17. Januar 2012 um 18:48:55
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Justizia ist blind,aber ein Menschenleben
ist ein Menschenleben und nun ist dieser Mann ein Mörder - mit ihm habe ich kein Mitleid! Es gibt
eben nicht viele gute Richter und Staatsanwälte, da die menschliche Seite, wie bei den Ärzten zunehmend auch, bei der Ausbildung keine Rolle spielt, sondern nur nach Noten ausgesucht wird. Eigentlich wissen wir aber, dass dies Berufe sind, bei denen es auch sozialer Kompetenz bedarf!
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Ohje schrieb:
am 17. Januar 2012 um 17:07:38
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Alles Opfer
Der Staatsanwalt und der gemachte Täter sind alles Opfer einer verfehlten Politik in der BRD! Das es so weit kommen musste, war
ja mehr als klar ! Mein Beileid den Opfer(n)
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