09.06.2011, 08:08 Uhr
Die Absturzstelle der Air-France-Maschine im Atlantik (Foto: dpa)
Sechs Wochen nach dem ersten Tauchgang haben die Ermittler die Bergungsarbeiten am Absturzort der Air-France-Maschine im Atlantik eingestellt. Das Bergungsschiff habe sich bereits am Freitag auf den Rückweg gemacht, teilte die französische Luftfahrtermittlungsbehörde BEA mit. Insgesamt bargen die Experten 104 Leichen aus dem Wrack des Flugzeugs, das vor zwei Jahren auf dem Weg von Rio nach Paris abgestürzt war.
Das Bergungsschiff "Ile de Sein" mit den Leichen und Wrackteilen an Bord wird im Lauf der nächsten Woche in der französischen Hafenstadt Bayonne erwartet. Von dort aus sollen die sterblichen Überreste dann in ein gerichtsmedizinisches Institut gebracht und identifiziert werden. Welches Institut die schwierige Aufgabe übernimmt, teilte die BEA nicht mit.
Die Experten hatten zunächst zwei tote Passagiere aus dem Flugzeugwrack geborgen. Ein Labor in Frankreich prüfte dann, ob die Leichen anhand ihres genetischen Materials noch identifiziert werden können. Als das klar war, wurden weitere 102 Opfer aus knapp 4000 Metern Tiefe vom Meeresgrund geholt. Die besonders entstellten Passagiere sollen nach Angaben der Behörden auf dem Meeresgrund bleiben.
Insgesamt waren 228 Menschen, darunter 28 Deutsche, an Bord des Airbus A330, der in der Nacht zum 1. Juni 2009 auf dem Flug von Brasilien nach Frankreich über dem Meer abstürzte. Fünfzig Tote waren gleich nach dem Unglück im Wasser treibend gefunden worden.
Die "Ile de Sein" barg Anfang Mai auch die beiden Flugschreiber der Maschine. Laut einer ersten Auswertung des Stimmenrekorders stürzte das Flugzeug in einer Schlechtwetterfront innerhalb von dreieinhalb Minuten ab. Am Steuer saß der Co-Pilot, da der Flugkapitän sich zum Zeitpunkt des Unglücks ausruhte und erst ins Cockpit gerufen werden musste. Warum die Maschine abstürzte ist allerdings weiter unklar. Ende Juli wollen die Ermittler dazu einen Bericht vorlegen.
Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass die Geschwindigkeitssensoren nicht richtig funktionierten. Das allein kann aber laut Experten den Absturz nicht erklären. Gegen die Fluggesellschaft Air France und den Flugzeugbauer Airbus laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung.
Quelle: AFP
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