05.05.2011, 13:41 Uhr
Direkt nach dem Absturz der Air-France-Maschine konnte nur wenig aus dem Wasser geborgen werden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Knapp zwei Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Maschine in den Südatlantik mit 280 Toten haben Bergungsexperten erste sterbliche Überreste eines Opfers an die Oberfläche geholt. Die noch auf einem Sitz festgeschnallte Leiche wurde aus 3900 Metern Tiefe an die Wasseroberfläche geholt, teilten die Einsatzkräfte mit.
Die sterblichen Überreste sollen nun mit den bereits vor einigen Tagen entdeckten Flugschreibern der Unglücksmaschine nach Frankreich gebracht werden. Dort wollen Experten prüfen, ob mit Hilfe von DNA-Proben eine Identifizierung möglich ist.
Die Operation rund 1100 Kilometer vor der brasilianischen Hafenstadt Recife gilt wegen des ungewissen Zustands der Leichen als äußerst heikel. "Die Bergung erfolgt unter Bedingungen, die äußerst komplex und völliges Neuland sind", beschrieb die zuständige Behörde die Tauchroboter-Aktion in der Tiefsee. Es gebe noch immer große Unsicherheit darüber, inwieweit das weitere Bergen von Körpern technisch machbar sei. Die am Donnerstagmorgen an die Wasseroberfläche geholten sterblichen Überreste seien in keinem guten Zustand, hieß es. Nach Angaben der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde ist zur Betreuung der Helfer ein Psychologe an Bord des Spezialschiffes "Ile de Sein".
Bei der noch immer völlig rätselhaften Flugzeugkatastrophe am 1. Juni 2009 waren insgesamt 228 Menschen ums Lebens gekommen, darunter auch 28 Deutsche. Direkt nach dem Absturz konnten nur 50 Opfer an der Wasseroberfläche entdeckt und identifiziert werden. Die Maschine vom Typ Airbus A330-200 war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris mitten in der Nacht ins Meer gestürzt. Das Wrack von Todesflug AF 447 wurde erst vor wenigen Wochen nach mehreren erfolglosen Suchaktionen in rund 4.000 Metern Tiefe auf dem Meeresboden entdeckt.
Mit der Bergung der beiden Flugdatenschreiber hatte das Expertenteam auf der "Ile de Sein" bereits vor einigen Tagen das Hauptziel der mehr als 30 Millionen Euro teuren Suchaktion erreicht. Der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber gelten als Schlüssel zur Aufklärung des Unglücks. Sicher ist bislang nur, dass die Langstreckenmaschine in eine Unwetterfront flog und dort Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung hatte. Schlechtes Wetter und fehlende Tempodaten dürften ein Flugzeug normalerweise aber nicht abstürzen lassen.
Quelle: dpa
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