04.05.2011, 09:50 Uhr
Palästinenser protestieren im Gazastreifen gegen die Tötung von Osama bin Laden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
US-Präsident Barack Obama steht vor einem Dilemma. Soll seine Regierung die Bilder des toten Osama bin Laden veröffentlichen? Einerseits verlangt die Welt nach Klarheit, andererseits fürchtet sich Washington vor den Reaktionen in der islamischen Welt. Die Verzögerung der Veröffentlichung nährt Verschwörungstheorien.
Das Weiße Haus hat noch nicht entschieden, ob Fotos von der Leiche Bin Ladens veröffentlicht werden sollen. Sprecher Jay Carney sagte, die Bilder seien zweifellos "grausig". Vor diesem Hintergrund werde geprüft, ob es nötig sei, sie zu veröffentlichen. Bin Laden soll zweimal in den Kopf getroffen worden sein, einmal direkt über dem linken Auge. Wie es in Medienberichten hieß, "explodierte sein Kopf".
Skeptiker in der US-Regierung hätten argumentiert, dass die Aufnahmen zu schlimm seien, um sie freizugeben. Zudem befürchtet Washington das Aufflammen anti-amerikanischer Sentiments. Befürworter meinten hingegen, die Veröffentlichung sei nötig, um Zweifel auszuräumen, dass Bin Laden tatsächlich tot sei. CIA-Chef Leon Panetta geht davon aus, dass ein Foto des toten Terroristenchefs veröffentlicht wird. Die Entscheidung müsse letztlich vom Weißen Haus getroffen werden.
Die USA griffen bereits öfter zum Foto als Beweismittel für das Ableben von Erzfeinden. Während des Irakkriegs veröffentlichten sie 2003 Bilder von Saddam Husseins getöteten Söhnen Udai und Kusai. Im Juni 2006 zeigte das US-Militär Fotos des bei einem Bombenangriff umgekommenen irakischen Al-Kaida-Chefs Abu Mussab al-Sarkawi. Ein Bild vom gehängten Saddam Hussein sickerte im Januar 2007 ebenfalls durch, auch wenn die damalige US-Regierung sich darüber unglücklich zeigte.
Die Nachricht von der Tötung des Al-Kaida-Chefs ist noch frisch, und schon gibt es erste Zweifel am Wahrheitsgehalt. zum Video
Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan sagte, auch Videomaterial von der Kommandoaktion und Bilder des Seebegräbnisses könnten gezeigt werden. Bin Laden sei eindeutig identifiziert worden: Vor Ort nach dem Feuergefecht, mit einer ausgeklügelten Fotoerkennungstechnik, schließlich zu 99,9 Prozent per DNA-Test. Doch selbst wenn die US-Regierung dies alles veröffentlichen würde - ganz unterbinden wird sie die Spekulationen ohnehin nicht können.
"Es wird einige Tumulte um die Frage geben, ob Bin Laden wirklich tot ist", sagt Robert Alan Goldberg, der ein Buch über Verschwörungstheorien in den USA geschrieben hat. Der Geschichtsprofessor der Universität Utah rechnet damit, dass sich einige Menschen zu Wort melden werden, die den Al-Kaida-Chef gesehen haben wollen. Nicht zu vergessen seien Anhänger von 9/11-Verschwörungstheorien, die behaupten, Bin Laden habe als Geheimagent für die CIA gearbeitet.
Der oberste Verschwörungstheoretiker der USA, Moderator Glenn Beck, torpedierte die Meldung vom Tod Bin Ladens mit vielsagenden Fragen: War die Kommandoaktion nur Show? Ging es Obama um die Umfragewerte? US-Radiomoderator Alex Jones stellte die gewagte These auf, dass die US-Regierung Bin Laden bereits seit Jahren als gefrorene Leiche im Tiefkühlfach aufbewahrt. Auf dem sozialen Online-Netzwerk Facebook entstanden dutzende Gruppen, in denen sich Zweifler der offiziellen US-Version zusammenfanden und Weltgeschichte aus einer recht ungewohnten Perspektive debattierten.
"Wenn es ein Informationsvakuum gibt, fangen die Leute an, zu spekulieren", sagt Barna Donavan, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität St. Peter in New Jersey. Als er gehört habe, dass die Leiche Bin Ladens im Ozean versenkt wurde, sei ihm klar gewesen, dass nun Verschwörungstheorien die Runde machen würden. Damit kann die US-Regierung aber offenbar besser leben als mit einem Grab Bin Ladens, das zur Pilgerstätte werden könnte.
Das Weiße Haus bestätigte, der Al-Kaida-Anführer habe entgegen erster Angaben keine Waffe bei sich gehabt. zum Video
Die afghanischen Taliban zogen Bin Ladens Tod in einer Erklärung im Internet bereits in Zweifel. Die Beweise der USA seien nicht überzeugend, heißt es. Die Taliban haben ein politisches Interesse, Spekulationen über das Schicksal des Terroristenführers anzuheizen.
Unterdessen musste die Polizei im pakistanischen Abottabad die Sicherheitsvorkehrungen um Bin Ladens Anwesen verschärfen. Hunderte Menschen waren zu dem Gelände geströmt, auf dem sich der Terror-Chef versteckt hielt. Mehr als 300 Polizisten seien "aus Sicherheitsgründen" dort stationiert, auch mehrere Militärs hielten Wache.
Bewohner von Abbottabad können nicht glauben, dass der Terrorchef über Jahre ihr Nachbar gewesen sein soll. zum Video
Quelle: dpa , AFP
HOTZEDO schrieb:
am 4. Mai 2011 um 14:16:57
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Obama
Das weisse
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Till_Eule schrieb:
am 4. Mai 2011 um 14:16:37
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Massenmedieninfiziert
Die meisten der Dünnpfiff-Klugscheißer hier saugen wohl ihre geistige Nahrungsaufnahme aus den einschlägigen
Medien.
Natürlich war das Opfer Bin Laden.
Der ist nach islamischer Vorgabe schon unter der Erde.
Das Schlimme ist, daß er zu den Vorwürfen des Anschlags in NY nichts mehr sagen kann. Jedenfalls hat dieser Mann das menschenverachtende Inferno nicht angeordnet. Warum sollte ersich erst Tage später verantwortlich fdazu bekennen - nachdem er erst selbst mal seine Gedanken geordnet hatte???
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Twister schrieb:
am 4. Mai 2011 um 14:15:31
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Der Bildbearbeiter ist wohl noch im Urlaub.
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