Eine Lawine im Gebiet des Schafkogels bei Sölden in Tirol hat sechs Tourengeher in den Tod gerissen. Dies berichtete der österreichische Rundfunk ORF.
Nach Angaben des Senders hatten Augenzeugen bereits am Samstagnachmittag gegen 16.15 Uhr den Lawinenabgang in dem Gebiet beobachtet und auch von möglichen Opfern berichtet. Aufgrund der Wetterbedingungen konnten Einsatzkräfte jedoch erst am Sonntagmorgen mit der Suche beginnen. Ein Rettungshubschrauber hatte am Samstag kurz nach dem Start wegen des schlechten Wetters wieder umkehren müssen. Das Unglücksgebiet liegt in etwa 3000 Metern Höhe.
Bei den getöteten Tourengehern handelt es sich vermutlich um eine Reisegruppe aus Tschechien. Die Identifizierung der Opfer werde voraussichtlich jedoch noch mehrere Stunden dauern. Mit weiteren Toten infolge der Lawine sei nicht zu rechen, berichtete ein Polizeisprecher in Sölden. Die eingesetzten Bergretter hätten keinerlei Hinweise auf mehr Opfer, und auch die Augenzeugen hätten von sechs Verschütteten gesprochen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der Unglücksstelle um ein "vergletschertes Gebiet mit sehr viel Schnee".
Weiterer Lawinentoter im Vinschgau
Nach ORF-Angaben ist am Samstag auch in Südtirol ein Tourengeher von einer Lawine verschüttet und getötet worden. Der 54-Jährige war mit zwei Freunden im Matschertal im Südtiroler Vinschgau unterwegs. Wegen der zu großen Lawinengefahr kehrte die Gruppe jedoch bereits nach kurzer Zeit um. Beim Abstieg wurde der Mann, ein Mitglied der italienischen Bergrettung, jedoch von einer Lawine begraben und fast fünf Meter tief verschüttet. Er konnte nur noch tot geborgen werden.
2005 schweres Seilbahnunglück in Sölden
Im Skigebiet von Sölden waren im September 2005 bei einem Seilbahnunglück neun deutsche Urlauber - darunter sechs Kinder - ums Leben gekommen. Neun weitere wurden verletzt - einige von ihnen schwer, als ein Hubschrauber beim Überfliegen der Seilbahn einen schweren Transportbehälter verlor, der zwei Kabinen in die Tiefe riss.