Der Vater von Tim K. bewahrte die Waffe, mit der der 17-Jährige das Massaker anrichtete, im Schlafzimmer auf (Foto: ddp)
Nach dem Blutbad von Winnenden kündigte der Vater des 17-jährigen Tim K. an, er wolle seine Waffenbesitzkarte abgeben. "Jedes Mal, wenn er eine Waffe anrührt, muss er unweigerlich an diese Vorfälle denken", sagte Achim Bächle, der Anwalt der Familie, zur "Berliner Morgenpost".
Sein Mandant wolle nicht warten, bis die Karte eingezogen werde, sondern sie von sich aus zurückgeben. Er hatte die Tatwaffe entgegen den Vorschriften in seinem Schlafzimmer aufbewahrt; seine übrigen 14 Waffen wurden bereits eingezogen.
Bisher haben 20 Bürger des Rems-Murr-Kreises, in dem Winnenden liegt, von sich aus ihre Waffen abgegeben. Insgesamt seien aber 2.300 Waffenbesitzkarten ausgestellt, sagte Landrat Johannes Fuchs.
"Depressionen könnten Vorwand gewesen sein"
Neue Erkenntnisse über das Motiv des Amokläufers gibt es offenbar nicht. Es war regelmäßig berichtet worden, dass sich der Jugendliche wegen Depressionen in Behandlung befand. Rechtsanwalt Bächle zufolge könnten diese jedoch nur ein Vorwand gewesen sein. Eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung in einer Klinik habe es jedenfalls nicht gegeben. "Wenn der Junge mit den Eltern dort war, dann gehe ich davon aus, dass die Eltern nachher gefragt haben, was haben die denn mit dir besprochen? Es kann ja sein, dass er die Depression nur vorgeschützt hat."
Bei dem Massaker am 11. März hatte K. 15 Menschen und sich selbst erschossen. Ob der Todesschütze bereits beigesetzt wurde, ist weiterhin unklar. Der Bürgermeister von Leutenbach, Jürgen Kiesl, sagte, in der Heimatgemeinde Weiler zum Stein sei noch keine Anfrage über einen Beerdigungstermin eingegangen. Es wird damit gerechnet, dass der Amokläufer an einem unbekannten Ort beigesetzt wird.