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Affen verheimlichen Boss Wissen über Futterstellen
17.06.2009, 10:05 Uhr
Ein Javaneraffe bei der Nahrungsaufnahme (Foto: imago)
Affen halten ihre Kenntnisse über Futterstellen geheim, wenn ihr Boss in der Nähe sitzt. Dieses Verhalten zur Täuschung eines Konkurrenten hängt bei verschiedenen Arten davon ab, wie streng die Hierarchie in der Gruppe ist, berichtet ein Forscherteam in den britischen "Proceedings of the Royal Society B".
Die Forscher um Federica Amici von der Universität Liverpool hatten rund um die Welt verschiedene Affenarten untersucht: Geoffroy-Klammeraffen, Hauben-Kapuzineraffen und Javaneraffen. In allen Affengruppen wurden einzelnen Tieren Futter deutlich sichtbar in eine nicht einsehbare Box gelegt, während ein dominantes Tier der Gruppe nebenan die Prozedur nicht sehen konnte. In einem zweiten Versuch lag das Futter sichtbar in einer klaren Box und das Versuchstier musste zunächst lernen, diese zu öffnen.
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Dominantes Tier frisst zuerst
Anschließend beobachteten die Forscher, wie sich die Affen verhielten, wenn das dominante Tier im Raum war, das normalerweise Futter zuerst beanspruchen würde. Alle Affen veränderten unter den Augen des "Vorgesetzten" ihr Verhalten deutlich: Sie hielten sich vom Futter fern und versuchten erst, es sich zu holen, wenn der starke Konkurrent weit entfernt war.
Klammeraffen effizienter
Die Klammeraffen waren dabei sehr effizient und konnten oft das Futter für sich behalten, die Kapuzineraffen dagegen verloren häufiger ihr Futter an den Boss. Sie schienen sich nicht so lange zurückhalten zu können und verrieten das Futter oft, wenn er noch zu nahe war. Die Javaneraffen dagegen trauten sich in der Nähe ihres dominanten Artgenossen nur selten an das verborgene Futter und konnten so ihren Wissensvorsprung gar nicht nutzen.
Lockere Gesellschaft
Dieses Verhalten entspricht der Gruppenstruktur der Arten, berichten die Biologen: Während die Hierarchie der Javaneraffen sehr streng ist und Fehlverhalten sofort bestraft wird, ist die Gesellschaft der Klammer- und Kapuzineraffen viel lockerer. Ein Tier kann sich daher einmal einen Täuschungsversuch erlauben.
Mit falschem Alarm vom Futter verjagt
Die Abwägung zwischen Vorteil und gesellschaftlicher Folge könnte erklären, wieso bei diesen Arten Täuschungen häufiger stattfinden und Erfolg haben. Täuschungen sind bei sozialen Tierarten recht häufig. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler nachgewiesen, dass Kapuzineraffen häufig falschen Alarm vor nicht existierenden Feinden geben und sich dann an verlassenem Futter gütlich tun.
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Quelle: dpa