29.03.2011, 19:56 Uhr
Gutes Ende der Geiselnahme in Bad Langensalza: Eine Frau trägt den vierjährigen Sohn des Mannes aus dem Haus, der sich stundenlang in seiner Wohnung verschanzt hatte (Foto: dapd)
Die Geiselnahme in Bad Langensalza ist ohne Verletzte zu Ende gegangen. Ein Spezialkommando der Polizei stürmte die Wohnung, in der sich ein bewaffneter 30-Jähriger mit seinem vierjährigen Sohn verschanzt hatte. Der Mann habe sich widerstandslos festnehmen lassen, sagte ein Polizeisprecher. Dem Kind gehe es gut. Zuvor hatte der Mann damit gedroht, das Haus in die Luft zu sprengen.
Die Polizei hatte gemeinsam mit der Frau stundenlang auf den Geiselnehmer eingeredet. Die Verhandlungen seien zuletzt immer schwieriger geworden, berichtete die Polizei. Deshalb habe das Kommando eine günstige Situation während eines Telefonats genutzt. Der Mann wurde später von zwei Beamten abgeführt. Er trug eine rote Trainingsjacke, die Kapuze hatte er über den Kopf gezogen.
Der 30-Jährige sei am Morgen gemeinsam mit seinem kleinen Sohn in dem nahegelegenen Supermarkt gewesen und habe eine Tüte mit Lebensmitteln mitnehmen wollen, sagte ein Sprecher der Tegut-Kette. Als ihn Mitarbeiter des Marktes ansprachen, habe er sich geweigert, zu bezahlen. Die Angestellten hätten eine Pistole bemerkt, die der Mann am Körper getragen habe. Allerdings habe der 30-Jährige nicht damit gedroht.
Als gegen Mittag Polizisten an seiner Wohnung im 4. Stock eines Plattenbaus klingelten, habe der Mann gedroht: Die Beamten sollten gehen, "sonst sterben alle" und es würde alles in die Luft fliegen. Es wird vermutet, dass der 30-Jährige wegen einer psychischen Erkrankung Medikamente einnehmen muss.
Die Polizei hatte die Straße zunächst nicht für den Verkehr gesperrt, um den Mann nicht mit einem martialischen Szenario noch stärker unter Druck zu setzen. Nur die unmittelbar angrenzenden Wohnungen seien geräumt worden. Am späteren Nachmittag sperrte die Polizei das Gelände weiträumiger ab, auch um die größer werdende Menge der Schaulustigen zurückzuhalten. Vor zwei der sechs Eingänge standen Polizisten. Zeitweise waren auch Beamte mit Maschinenpistolen dabei.
Der Mann forderte nur, in Ruhe gelassen zu werden, sagte der Sprecher. Er sei verheiratet, lebe aber getrennt von seiner Frau. Weitere Kinder habe das Paar nicht. Offenbar hatte es zuvor Streit zwischen dem Paar gegeben.
Quelle: AFP , dpa , dapd
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