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Althaus kann vor Sommerpause in Politik zurückkehren
17.02.2009, 16:10 Uhr
Kann bald wieder Politik machen: Thüringens Regierungschef Dieter Althaus (Foto: ddp)
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus kann nach seinem schweren Skiunfall nach Einschätzung seiner Ärzte noch vor der Sommerpause in die Politik zurückkehren. Das teilte die Reha-Klinik Schmieder in Allensbach am Bodensee mit, auch wenn das genaue Datum noch offen ist. Althaus selbst habe "nie Zweifel daran gelassen, dass er in die Politik zurückkehren will". Er habe die "Bereitschaft und den Willen", wieder politisch tätig zu werden. Damit kann die thüringische CDU wie vorgesehen mit Althaus als Spitzenkandidat in die Landtagswahl am 30. August ziehen.
Die Ärzte gehen davon aus, dass der CDU-Politiker wieder ganz gesund wird. "Dazu braucht er noch Zeit, um neue Kräfte zu sammeln, die für seine Genesung unbedingt notwendig sind", erklärte Klinikleiter Joachim Liepert. Der Tod seines Vaters und die Beerdigung hätten den Prozess der Genesung verzögert, aber insgesamt die positiven Entwicklungen nicht beeinträchtigt, hieß es in der Mitteilung.
Foto-Serie zum SkiunfallAlthaus schwer verletzt, 41-Jährige tot
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Staatsanwaltschaft genügt schriftliche Stellungnahme
Althaus war am 1. Januar beim Skilaufen in Österreich mit einer 41-jährigen Frau zusammengeprallt, die daraufhin starb. Althaus erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Gegen den Thüringer Regierungschef ermittelt deshalb die österreichische Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Vernommen werden könne er voraussichtlich bereits Mitte März, teilte die Schmieder-Klinik ferner mit. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Österreich hat bereits erklärt, dass ihr eine schriftliche Stellungnahme genügt.
Noch immer keine Erinnerung
An den Unfall selbst und die Minuten davor erinnere sich Althaus jedoch nach wie vor nicht. "Dass die Erinnerung zurückkommen wird, ist sehr unwahrscheinlich", hieß es in der Mitteilung. Althaus leidet laut Liepert nach wie vor an Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. So könne er zwar Fernsehnachrichten verfolgen, nach 15 bis 20 Minuten müsse er aber abschalten. Lange Gespräche seien ebenso noch nicht möglich.
Stärkung der psychischen und physischen Fähigkeiten
Auch eine "Zeitung von vorne bis hinten durchzulesen, wäre zuviel an kontinuierlicher Konzentration", berichtete Liepert. Der Ministerpräsident brauche noch Zeit zur Genesung, zeige aber Fortschritte. Althaus unterzieht sich den Angaben zufolge täglich mehrstündigen Therapiebehandlungen zur Stärkung seiner psychischen und physischen Fähigkeiten.
Entscheidung über Kandidatur am 14. März
Auf einem Parteitag am 14. März will die thüringische CDU ihre Listen für die anstehenden Landtags-, Bundestags- und Europawahlen aufstellen. Althaus muss spätestens dann erklären, ob er zur Wahl antritt. Die Zustimmung kann allerdings auch schriftlich erfolgen. "Er sollte auf keinen Fall vor Ostern politisch aktiv werden", sagte Liepert. Am 2. Mai soll das CDU-Landtagswahlprogramm verabschiedet werden; auch die Europa- und Kommunalwahlen am 7. Juni sollen dann vorbereitet werden.
Erleichterung in Erfurt
In Erfurt wurde Althaus' bevorstehende Rückkehr mit Erleichterung aufgenommen. "Wir ziehen mit Dieter Althaus als Spitzenkandidat 2009 in den Landtagswahlkampf", sagte die stellvertretende thüringische Ministerpräsidentin Birgit Diezel und kündigte an, Althaus im März zu besuchen und mit ihm die Landeswahlliste zu beraten. Die CDU will bei der Wahl ihre absolute Mehrheit verteidigen.
Quelle: dapd
, dpa
, AFP