11.07.2011, 20:39 Uhr
Bankiersgattin Maria Bögerl war im Mai 2010 entführt und ermordet worden. Jetzt hat sich ihr Witwer offenbar das Leben genommen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der Witwer der ermordeten Maria Bögerl ist tot. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, wurde Thomas Bögerl erhängt in seinem Haus in Heidenheim-Schnaitheim (Baden-Württemberg) gefunden. Eine Haushälterin entdeckte den 56-Jährigen gegen Mittag und verständigte die Polizei.
Bögerl hat offenbar Selbstmord begangen. Nach bisherigen Ermittlungen sprechen keine Hinweise gegen einen Suizid, teilten die Staatsanwaltschaft Ellwangen und die Polizeidirektion Aalen mit. Zudem hinterließ der Tote einen kurzen Abschiedsbrief, der allerdings keine Hinweise zu seinen Beweggründen enthält. Zum Inhalt des Briefes machte die Polizei bislang keine Angaben.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hat sich Bögerl im Fitnessraum seines Hauses erhängt. Er sei alkoholisiert gewesen, hieß es. Ein Polizeisprecher wollte zunächst keine Angaben zu den genauen Umständen machen.
Maria Bögerl war am 12. Mai 2010 im Alter von 54 Jahren aus ihrem Haus in Heidenheim entführt und anschließend ermordet worden. Kurz nach ihrem Verschwinden erhielt ihr Mann, der Vorstandsvorsitzender einer örtlichen Bank war, per Telefon eine Lösegeldforderung über 300.000 Euro. Die geplante Geldübergabe platzte jedoch. Die entführte Frau wurde am 3. Juni 2010 erstochen in einem Waldstück entdeckt. Der Mörder wurde bis heute nicht gefasst.
In dem Mordfall gibt es viele Ungereimtheiten. Unter anderem ist nicht geklärt, ob Maria Bögerl bereits vor der geplanten Geldübergabe ermordet wurde. Schnell kursierten auch zahlreiche Theorien über die Rolle des Witwers bei der Geldübergabe und darüber, warum das Lösegeld nicht rechtzeitig zum geforderten Übergabezeitpunkt beschafft werden konnte.
Die Polizei sah sich infolge der Spekulationen veranlasst zu erklären, dass der Ehemann des Entführungsopfers das Lösegeld organisiert habe. Er habe sofort nach dem Anruf des Entführers die Polizei informiert und erklärt, die geforderte Summe entsprechend den Tätervorgaben bereitstellen zu können. Dies sei aber nicht rechtzeitig gelungen. Der Witwer hatte zuvor in einem Zeitungsinterview bestritten, darauf bestanden zu haben, das Geld selbst bereitzustellen und nicht von der Polizei besorgen zu lassen. Ein nicht benannter Ermittler hatte dies der Zeitung zufolge behauptet.
Bögerl hatte bei dem Anruf der Entführer kurz mit seiner Frau sprechen können. Sie sagte ihm, dass sie sich in Lebensgefahr befinde. Die Entführer hatten in dem Telefonat eine unrealistisch kurze Frist für die Geldübergabe von nur gut anderthalb Stunden gesetzt. Demnach sollten die 300.000 Euro bereits um 13 Uhr hinterlegt werden. Da Bögerl diese Vorgabe unmöglich erschien, bat er um einen Aufschub, woraufhin 14 Uhr als Übergabezeitpunkt festgelegt wurde. Das Geld wurde gut eine halbe Stunde zu spät an der vereinbarten Stelle hinterlegt.
Zuletzt prüfte die Polizei eine Verbindung zu einem in Österreich in Untersuchungshaft sitzenden Mitglied der Rockerbande "Bandidos". Weil er an der geplanten Entführung einer Bankiersgattin in Österreich beteiligt gewesen sein soll, sahen die Ermittler einen möglichen Zusammenhang mit dem Fall Bögerl.
Die Polizei hatte stets erklärt, es gebe keine Hinweise auf eine Verwicklung des Ehemanns in den Entführungsfall. Thomas Bögerl hinterlässt zwei Kinder. Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg (CDU) sprach den beiden Hinterbliebenen das Beileid der Stadt aus: "Wir stehen ratlos und traurig vor dem Schicksal, das Thomas Bögerl und seine Familie um ihr Glück gebracht hat."
Die Kreissparkasse Heidenheim äußerte sich tief erschüttert über den Tod Bögerls. Er habe in den vergangenen Monaten nicht mehr die Kraft gehabt, sein Amt auszuüben, erklärte die Sparkasse am Abend. Auf sein Ersuchen hin habe man sich über eine einvernehmliche Lösung verständigt, derzufolge Bögerl in Kürze aus seinem Amt ausgeschieden wäre. "Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt allen voran seiner Familie, die in den zurückliegenden Monaten schon viel Leid ertragen musste."
Quelle: AFP , dpa , dapd
sunny schrieb:
am 11. Juli 2011 um 16:11:32
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Drama Bögerl
ich bete für die beiden Kinder
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Zonk schrieb:
am 11. Juli 2011 um 16:10:27
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tragisch
es gibt sie eben doch, die wahre Liebe...... und der folgt man überall hin....
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LS schrieb:
am 11. Juli 2011 um 16:10:24
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Betroffen
Es tut mir so ausserordentlich leid. Wie schrecklich!
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