15.09.2010, 13:19 Uhr
Thilo Sarrazin wollte mit seinem Rückzug Druck von Wulff nehmen (Foto: dpa)
Der wegen seiner Migrationsthesen umstrittene scheidende Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin wollte nach eigener Darstellung mit seinem Rückzug Druck von Bundespräsident Christian Wulff nehmen. "Wäre ich stur geblieben, hätte das den Bundespräsidenten - weil er sich so weit vorgewagt hatte - und das Staatsamt beschädigt", sagte der SPD-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Das wollte ich nicht." Er sei Staatsbürger und jahrzehntelang Staatsdiener gewesen und habe niemanden in eine ausweglose Situation treiben wollen.
Eine Abberufung durch Bundespräsident Wulff wäre angreifbar gewesen, sagte Sarrazin: "Wenn ich sage, die überwiegende Rechtsmeinung hätte eine Abberufung als rechtswidrig eingestuft, dann ist das eher eine Untertreibung." Sein Telefon habe vor lauter Verfassungsrechtlern nicht stillgestanden.
Zur Rolle des Bundespräsidialamts beim Sarrazin-Rückzug gibt es derweil widersprüchliche Angaben. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll das Amt von Bundespräsident Wulff mehr Einfluss auf die Bundesbank genommen haben als eingeräumt. Im Bundespräsidialamt wurde dem aber deutlich widersprochen.
Die Zeitung berichtet, Vertreter Wulffs hätten am vergangenen Mittwoch allein mit Sarrazins Anwalt Stefan Eiden über den Rückzug seines Mandanten aus der Notenbank verhandelt und dessen Bedingungen akzeptiert. Repräsentanten der Bundesbank seien nach Darstellung einer mit dem Vorgang vertrauten Person nicht anwesend gewesen. Von Präsidialamtsseite hätten mindestens drei Vertreter verhandelt. Nach dieser neuen Darstellung aus dem Umfeld der Bundesbank soll selbst der Pressetext, den die Bank am nächsten Tag veröffentlichte, in dieser Sitzung in wesentlichen Teilen diktiert worden sein.
Hohe Präsidialamtskreise widersprachen der Darstellung der Zeitung. Demnach sollen bei dem Gespräch sowohl Vertreter Sarrazins als auch der Bundesbank anwesend gewesen sein. Die abschließende Information der Öffentlichkeit sei von beiden Seiten abgestimmt worden, heißt es aus Wulffs Amt. Beide Seiten hätten sich auch ausreichend Zeit genommen, um mit Sarrazin einerseits und der Bundesbank andererseits Rücksprache zu halten.
Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker hatte am Wochenende hingegen erklärt: "Alle inhaltlichen Vereinbarungen wurden ausschließlich von den Vertragspartnern getroffen." Das Bundespräsidialamt habe lediglich "die Rolle der Mediation im Rahmen rechtlichen Gehörs der Beteiligten übernommen".
Quelle: dpa
Rainer schrieb:
am 15. September 2010 um 13:07:42
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Sarrazin und kein Ende
Mein Mitleid mit Herrn Sarrazin hält sich in Grenzen. Ein Volksheld ist er nicht mehr, denn er hat sich kaufen lassen
! - Wer's nicht versteht, lese bei Bert Brecht "Das Leben des Galileo Galilei" nach ! - Schon damals, vor 400 Jahren war es ähnlich ! - Galilei kippte um ! - Sarrazin offenbar auch (Punkt) !
Hungern wird er nun auch nicht mehr, denn das Buch bringt ihm ne Million !
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Andreas68 schrieb:
am 15. September 2010 um 13:05:48
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Sarrazin
@ Adolf - was Du da von Dir gibst, ist doch totaler Blödsinn, von wegen Vertrauen...zeig Mir nur einen Politiker dem man vertrauen
kann?
Und mal abgesehen von deiner Rechtschreibung...doch das unwichtig alles.
Ihr solltet mal lieber langsam wach werden...weil der deutsche Bürger ein Ja-und Amen- Sager ist, nur ständig alles besser weiß, rummault und stänkert, doch wenn es drauf ankommt zieht Jeder/Jede den Schwanz ein...
Was Sarrazin getan hat ist genau das, was Andere, ja viele denken - Amen -
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Migrant schrieb:
am 15. September 2010 um 13:05:37
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Sarrazin
Aufgrund meiner türkischen Herkunft, bin auch ich von Sarrazins Aussagen betroffen, aber ich ärgere mich kein bisschen über ihn,
denn in vielen Punkten hat er recht. Seine Thesen wurden von den Medien etwas überzogen dargestellt. Was mich an der Sache ärgert, dass einige Leute mit auf diesen Zug springen, mit denen Sarrazin selbst nichts zu tun haben möchte und in diversen Foren alle Türken und Muslime auf ein Mindestmaß reduzieren.
Sarrazin kritisiert nicht nur Ausländer, sondern auch Deutsche!
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