14.09.2010, 10:30 Uhr
Thilo Sarrazin findet eine höhere Pension angemessen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Thilo Sarrazin hat die Erhöhung seiner Pension als Gegenleistung für seinen Rückzug aus der Bundesbank verteidigt. "Ich habe Anspruch auf genau die Pension, die ich bekommen hätte, wenn ich regulär bis zum 30. April 2014 im Amt geblieben wäre", sagte er der "Bild"-Zeitung.
"Formal könnte ich mich auf den Standpunkt stellen: Meine Arbeit war unerwünscht," sagte Sarrazin dem Blatt. "Aber ich habe nichts falsch gemacht." Deshalb stünden ihm eigentlich sogar die vollen Vorstandsbezüge bis 2014 zu. "Hunderttausende Euro." Aber genau diese Bezüge habe er eben nicht verlangt, "weil ich nicht als der Wiedeking der Politik gelten will", sagte Sarrazin. Damit spielte er auf den Ex-Chef von Porsche an, der nach seiner Ablösung an der Spitze des Autokonzerns 50 Millionen Euro vom Konzern erhalten hatte - die höchste Abfindung, die jemals in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gezahlt wurde.
Der frühere Berliner Finanzsenator hat laut "Spiegel" als Gegenleistung für seinen Abschied von der Notenbank durchgesetzt, dass seine monatliche Pension um 1000 Euro angehoben wird. Sie hat nun das Niveau, das ihm erst beim regulären Abschied 2014 zugestanden hätte. Dem "Focus" zufolge ist der 65-Jährige voll pensionsberechtigt und bekommt ab Oktober eine monatliche Altersversorgung von rund 10.000 Euro. Diese decke auch seine früher erworbenen Ansprüche als Berliner Finanzsenator, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und Beamter im Bundesfinanzministerium ab, hieß es.
Der Bund der Steuerzahler appellierte an Bundesregierung und Bundesbank, Sarrazin keine erhöhte Pension zu gewähren. Extra-Zahlungen dürfe es nicht geben, sagte der Vize des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Verträge sind einzuhalten. Wenn Sarrazin früher ausscheidet, müssen im gleichen Maß seine Altersbezüge sinken - alles andere wäre ein verantwortungsloser Deal zu Lasten der Steuerzahler."
"Arbeitsverträge dürfen nicht je nach politischer Wetterlage verändert werden", kritisierte Holznagel. Es sei äußerst verwirrend, wenn die Bundesbank zuerst die Entlassung Sarrazins beantrage, dann aber alle Vorwürfe gegen ihn fallen lasse und ihm offensichtlich höhere Zahlungen in Aussicht stelle. Dies schade dem Ansehen der Notenbank und dem Vertrauen in die Bundesregierung, die Verträgen zwischen dem Bundesbankvorstand und seinen Mitgliedern in der Regel zustimmen müsse. An Sarrazin selbst appellierte Holznagel, freiwillig auf jede Extrazahlung zu verzichten.
Thilo Sarrazin lehnte es unterdessen erneut ab, freiwillig aus der SPD auszutreten. "Ich bin 1973 aus Überzeugung in die SPD eingetreten und an meiner Überzeugung hat sich nichts geändert", sagte Sarrazin der "Bild"-Zeitung. Er ergänzte: "Ich bin jetzt gespannt auf den Schriftsatz der SPD, der aus meinem Buch parteischädigendes Verhalten herleiten will."
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel verteidigte dagegen das beschlossene Ausschluss-Verfahren. Im SWR sagte er: "Sind wir eigentlich bereit, jedes Ressentiment und jede Debatte über Menschenbilder in der SPD zu dulden? Meine Kritik an Thilo Sarrazin ist überhaupt nicht, dass er sich kritisch über Integration äußert - da hat er in vielen Punkten eine absolut zutreffende Beschreibung gegeben." Sarrazins umstrittenes Buch sei aber gar kein Buch über Integration, sondern "ein Buch über oben und unten in der Gesellschaft - und die Behauptung, dass unten deshalb unten ist, weil die genetischen Potenziale für nichts anderes ausreichen".
Der SPD-Bundesvorstand hatte sich zuvor einstimmig bei nur einer Enthaltung für ein Parteiordnungsverfahren ausgesprochen. Dieses wird nun vom SPD-Kreisverband Berlin Wilmersdorf-Charlottenburg, wo der ehemaliger Berliner Finanzsenator seinen Wohnsitz hat, eingeleitet. Die Schiedskommission des Kreisverbandes muss innerhalb von sechs Monaten eine Entscheidung treffen.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wurde beauftragt, in dem Verfahren die Interessen der Bundespartei zu vertreten. Zu den Absprachen zwischen der Bundesbank und Sarrazin sagte sie: "Das stinkt zum Himmel". Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" hat die Regierung im Eilverfahren der Vereinbarung zugestimmt.
Quelle: dpa , AFP
walt schrieb:
am 14. September 2010 um 19:24:31
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Rente
Ist schon gut, Herr Dr. Sarrazin! Ich hätte meine Rente auch verteidigt.
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Gabi schrieb:
am 14. September 2010 um 19:23:47
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an Alle
Ich möchte mal fragen, möchten wir Deutschen überhaupt noch mehr Einwanderer?
Was kostet uns Deutschen eigentlich diese
Integration überhaupt?
Ist schon auch mal die Frage gestellt worden, ob die paar Steuerzahler diese horrenten finanziellen Belastungen, wie Migranten, Politiker usw.überhaupt noch tragen können? Ich sage Ihnen was, die alle sind nämlich fertig - ob psychisch und physisch, schon mal daran gedacht, was die paar Steuerzahler überhaupt leisten müssen???
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manni schrieb:
am 14. September 2010 um 19:23:31
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sarrazin
da stellt sich das deutsche volk wieder mal ein armutszeugnis aus wenn es diesem hetzer hinterherläuft.aber personen dieser art
haben ja tradition wenn man auf eine gewisse zeit im letzten jahrhundert zurückschaut.die meisten der leute die hier schreiben haben keine eltern mit akademischen titel,sind demnach nach sarrazin minderintelligent.somit schafft er eine genetische legitimation der eliten wie sie beim adel zu finden war und das fussvolk spendet beifall .
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