22.11.2010, 19:29 Uhr
Nach den Terrorwarnungen sichern zusätzliche Polizisten den Reichstag. Besucher dürfen die Kuppel erst einmal nicht besuchen (Foto: dpa)
Die Berliner Polizei hat auf die jüngsten Terrorwarnungen reagiert und die Sicherheit rund um den Reichstag verschärft. 60 mit kugelsicheren Westen und Maschinengewehren ausgerüstete Polizisten bemannen die Sperren vor dem Parlament. Die Kuppel und die Dachterrasse wurden für Besucher gesperrt. Lediglich angemeldete Gruppen dürfen das Parlament weiter besuchen.
Die Kontrollen und andere Maßnahmen zum Schutz des Bundestages seien in "erheblichem Umfang" verstärkt worden, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Er sprach von zusätzlichen Sperren und 60 Polizisten rund um das Gebäude. Bereits seit Donnerstag ist das Gebäude im Zentrum Berlins mit Absperrgittern gesichert. In dieser Woche finden dort die Beratungen des Bundestags zum Haushalt statt.
Hinweise, wonach eine Gruppe von Terroristen unterwegs sei und es konkrete Objekte als Anschlagsziele gibt, nannte Körting "plausibel". "Das, was uns vorliegt, gibt uns Anlass zur Sorge, aber keinen Anlass zur Hysterie." Er machte zugleich deutlich, dass in einer freiheitlichen Gesellschaft "ein absoluter Schutz vor terroristischen Angriffen nicht möglich ist".
Gäste, die für den Besuch des Dachrestaurants Plätze reserviert haben, könnten ebenfalls kommen. Auch sie müssten sich einem Sicherheitscheck unterziehen, hieß es. Wie lange die Einschränkungen dauern, sei noch nicht abzusehen. Den Bundestag besuchen jährlich drei Millionen Menschen.
Die Polizei hat nach eigenen Angaben aber keine Hinweise auf konkrete Pläne islamistischer Terroristen in Bezug auf den Reichstag. Von Plänen, bestimmte Gebäude zum Ziel zu machen, sei nichts bekannt, sagte ein Polizeisprecher.
Der "Spiegel" hatte berichtet, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida und verbündete Gruppierungen möglicherweise einen Anschlag auf den Reichstag planen. Nach dem Bericht will ein Terrorkommando den Sitz des Bundestages stürmen, Geiseln nehmen und mit Schusswaffen ein Blutbad anrichten. Die Informationen stammten von einem deutschen "Dschihadisten" (Gotteskrieger), der selbst aus der Szene aussteigen wolle und deshalb das Bundeskriminalamt (BKA) informiert habe, hieß es. Seine Hinweise seien der Anlass für die Warnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière gewesen.
Quelle: AP , dpa
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