Nachgestellte Folter-Szene in einem Film von Amnesty International (Foto: dpa)
Der mutmaßliche Al-Kaida-Terrorist Abu Subaidah ist bei brutalen Verhören des US-Geheimdienstes CIA nach eigenen Angaben beinahe gestorben. Er sei bei den Befragungen am Auge, am Magen, an der Blase, am linken Oberschenkel und an den Geschlechtsorganen verletzt worden, berichtet Subaidah in teilweise geschwärzten Gerichtsprotokollen, die die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU veröffentlichte.
Die Einschätzung, dass er durch die Misshandlungen vier Mal fast gestorben sei, stamme von Ärzten, erklärte Subaidah demnach vor einem Militärtribunal, das über seine Einstufung als "feindlicher Kämpfer" entscheiden sollte. Durch die Misshandlungen seien ihm zudem Falschaussagen abgepresst worden.
Subaidah gehörte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu den ersten von der CIA verhörten mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen. Die brutale Behandlung des Gefangenen, der unter anderem in eine kleine Kiste gezwängt und gegen eine Wand geschleudert wurde, hatte die CIA-Zentrale mit seiner Bedeutung im Terrornetzwerk begründet. Der frühere US-Präsident George W. Bush bezeichnete ihn als Chef der Al-Kaida-Operationen.
Obama setzte Verfahren aus
Die Bürgerrechtler hatten die Veröffentlichung der Gerichtsakten gerichtlich durchgesetzt. US-Präsident Barack Obama hatte kurz nach seinem Amtsantritt angeordnet, die umstrittenen Militärverfahren zunächst auszusetzen und das Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba bis Januar kommenden Jahres ganz zu schließen. Vor einiger Zeit erklärte er jedoch, dass er in Einzelfällen an den Militärtribunalen festhalten wolle, wobei die Angeklagten aber mehr Rechte erhalten sollten.