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Terrorismus: Zweiter Bahn-Bombenleger stellt sich

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Zweiter Bombenleger beteuert seine Unschuld

24.08.2006, 10:55 Uhr

Der im Libanon gefasste mutmaßliche Bahn-Bombenleger Jihad H. hat nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen seine Unschuld beteuert. "Ich bin ein unschuldiger Mann. Ich habe keine Angst", soll der 20-Jährige erklärt haben, als er sich der Polizei in Tripoli stellte. H. habe dabei ruhig und gefasst gewirkt.

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Tipp kam aus Deutschland
Den Angaben zufolge hatte die libanesische Polizei auf einen Tipp der deutschen Sicherheitsbehörden hin vor einer Woche das Wohnhaus der Familie H. im Nordlibanon durchsucht. Der Vater des zweiten Bombenlegers, ein ehemaliger Armeesoldat, sei von der Polizei aufgefordert worden, seinen Sohn zur Aufgabe zu überreden. Der junge Mann sei dann auch von seinem Vater zu der Polizeiwache in Tripoli gebracht worden.

Kein Auslieferungsabkommen
Nach Angaben von Bundesanwalt Rainer Griesbaum wurde der Tatverdächtige inzwischen nach Beirut gebracht. Die deutschen Behörden bemühen sich derzeit um die Auslieferung des Mannes. Die Bundesanwaltschaft plant zudem, den Verdächtigen schon in Kürze im Libanon zu verhören. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass Jihad H. ohne Probleme an Deutschland ausgeliefert wird. Angesichts der Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden habe sie "keinen Zweifel, dass das alles einen richtigen und guten Weg gehen wird", sagte sie dem Nachrichtensender N24.

"Nicht streng religiöser, unpolitischer Menschen"
Der Vater des mutmaßlichen Bahn-Bombenlegers beschreibt seinen Sohn als nicht streng religiösen, unpolitischen Menschen. "Er hatte keine Freunde, die politisch aktiv waren, (...) und er hatte keine Verbindung oder Beziehung zur (radikal-islamischen) Hizb ut-Tahrir", sagte Chahid H. dem ZDF. Nach Angaben des Vaters kehrte Jihad H. am 3. oder 4. August in den Libanon zurück. Der 20-Jährige habe erzählt, er sei über den Landweg aus Syrien eingereist. Als die Familie von dem Verdacht gegen Jihad erfuhr, habe sie entschieden, dass er sich stellen müsse.

Terrorverdacht
Der zuletzt in Köln wohnende Jijad H. ist dringend verdächtig, zusammen mit seinem zuvor festgenommenen Komplizen Youssef Mohamad E. H. Ende Juli zwei Kofferbomben in Regionalzügen deponiert zu haben. Ihm wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, vielfacher versuchter Mord und die versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Am Mittwoch war Haftbefehl gegen Jihad H.. erlassen worden.

Kaufbelege für Gasflaschen
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden bei der Durchsuchung von H.s Kölner Wohnung zwei Belege über den Kauf von Gasflaschen sowie Kabel und Klebeband gefunden. Noch sei unklar, ob es sich um jene Art von Gasflaschen handelt, die in zwei Regionalzügen explodieren sollten. Die beiden Kofferbomben, hatten je eine Propan-Gasflasche sowie mehrere mit Benzin gefüllte Flaschen, Zündvorrichtungen und Batterien enthalten.

Einzeltäter oder Netzwerk?
Das Bundeskriminalamt ist sich sicher, dass Jihad H. der zweite Täter ist. Die Ermittler wüssten, "dass der Festgenommene und der zweite Täter zusammengearbeitet haben, dass sie gemeinsam diese Tat geplant haben und sich nach dem 31. Juli abgesetzt haben", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Allerdings sei noch immer unklar, ob es sich um Einzeltäter handelt, ob sie Unterstützer hatten oder gar einem Netzwerk angehören.

Durch Videoaufnahmen überführt
Zur Diskussion über eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland sagte die Kanzlerin, hier müsse man "Maß und Mitte finden". Zugleich betonte die CDU-Politikerin: "Ohne Videoüberwachung wären die Täter nicht überführt worden." Die beiden Verdächtigen waren im Hauptbahnhof Köln mit den Bombenkoffern von Überwachungskameras gefilmt worden.


Foto-Serie
Kieler Kofferbomber
Videos vom ersten Festgenommenen ,


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Quelle: dpa , AFP

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