25.08.2006, 15:39 Uhr
Bei den Ermittlungen zu den fehlgeschlagenen Anschlägen auf zwei deutsche Züge ist am Freitag im Libanon ein Angehöriger des Terrorverdächtigen Youssef Mohamad el Hajdib als Zeuge vernommen worden. Innenminister Ahmed Fatfat dementierte am Freitag in Beirut einen Bericht der Polizei, wonach der 24 Jahre alte Mann ebenfalls verhaftet worden sein soll. Der Befragte stehe nicht unter Terrorverdacht.
Studentenwohnheim durchsucht
In Konstanz nahm die Polizei unterdessen einen Verdächtigen fest, der aus dem Umfeld des bereits in Kiel verhafteten mutmaßlichen Kofferbomben-Attentäters Youssef Mohamad El Hajdib stammen soll. Die Ermittler durchsuchten das Zimmer des Verdächtigen in einem Studentenwohnheim. Die Bundesanwaltschaft ermittelt, ob der Mann in die Vorbereitung für die gescheiterten Anschläge beteiligt war.
Ruhr-Connection
Auslieferungsverfahren
Muslime in DeutschlandBekenntnis gegen Terror gefordert
Festnahme im Libanon
Im Libanon nahmen Sicherheitskräfte einen weiteren Verdächtigen fest. Der 24-Jährige wurde auf Grund einer Aussage des am Vortag verhafteten Libanesen Jihad Hamad gefasst. Dieser soll zusammen mit El Hajdib die Kofferbomben in zwei Regionalzügen in Nordrhein-Westfalen deponiert haben.
Sechs weitere Verdächtige
Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sucht die Bundesanwaltschaft nach fünf weiteren Hintermännern. Die Generalbundesanwaltschaft habe Ermittlungsverfahren eingeleitet, schreibt das Blatt. Den Verdächtigen werde Mitgliedschaft in beziehungsweise die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Zwei der Gesuchten seien dem Bundeskriminalamt namentlich bekannt. Ob es sich um die am Freitag Festgenommenen handelt, ist noch offen.
Erst in Deutschland kennen gelernt?
Die bereits verhafteten Verdächtigen El Hajdib und sein Komplize Jihad Hamad sollen sich nicht im Libanon, sondern erst in Deutschland kennen gelernt haben. Das habe der Kieler Terrorverdächtige El Hajdib in der Haft ausgesagt, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Das BKA soll den 21-jährigen Mitte der Woche eindringlich gebeten haben, sein Wissen über den Komplizen preiszugeben, der zu diesem Zeitpunkt noch flüchtig war. Er soll dann in einem Schreiben einige Angaben über die Herkunft des mutmaßlichen Mittäters Hamad gemacht haben. Diese seien an die libanesischen Sicherheitskräfte weitergeleitet worden, die nach Hamad fahndeten. Der 20-Jährige stellte sich am Donnerstag im Libanon.
Videoaufnahme des zweiten Verdächtigen T-DSL
Foto-Serie
Kieler Kofferbomber
Videos vom ersten Festgenommenen ,
Vater sollte Sohn zur Aufgabe überreden
Nach Angaben aus Beiruter Sicherheitskreisen dürfen deutsche Ermittler Hamad befragen. Die libanesischen Behörden waren dem Verdächtigen auf die Spur gekommen, als er vor zwei Wochen von Deutschland aus seine Familie im Libanon anrief. Hamads Vater, ein ehemaliger Armeesoldat, sei von der Polizei aufgefordert worden, seinen Sohn zur Aufgabe zu überreden.
Keine Terrorverbindungen?
Der Vater sagte, sein Sohn sei kein religiöser Extremist und habe keine radikalen politischen Überzeugungen. Er hätte keine Freunde, die politisch aktiv waren, und er hätte auch keinerlei Verbindung zur radikal-islamischen Hizb ut-Tahrir. Sein Sohn sei am 3. oder 4. August in den Libanon zurückgekehrt. Als die Familie von dem Terrorverdacht erfuhr, habe sie entschieden, dass sich der junge Mann stellen müsse. Jihad H. selbst beteuerte nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen seine Unschuld. #
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video