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Terrorgruppe NSU: Verfassungsschutz wusste detailliert über Zwickauer Zelle Bescheid

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Verfassungsschutz wusste detailliert über Zwickauer Zelle Bescheid

02.01.2012, 10:52 Uhr

Die beiden inzwischen toten Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (r.) auf einem Foto aus dem Jahr 2007 (Quelle: dapd)

Die beiden inzwischen toten Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (r.) auf einem Foto aus dem Jahr 2007 (Quelle: dapd)

Der Verfassungsschutz war angeblich besser über die Rechtsterroristen der Zwickauer Zelle informiert, als bislang bekannt. Schon im Frühjahr 1999 hätten die Beamten verlässliche Hinweise darauf gehabt, dass sich die gesuchten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Raum Chemnitz versteckt hielten, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Der Verfassungsschutz soll auch gewusst haben, dass das Trio bewaffnete Überfälle plante.

Das Blatt beruft sich auf einen ihm vorliegenden, geheimen Untersuchungsbericht des Bundesamts für Verfassungsschutz, der kurz vor Weihnachten an die Bundesregierung geschickt wurde.

Mehrmals auf der Spur

Dem Bericht zufolge war der Verfassungsschutz den Neonazis mehrmals auf der Spur, versäumte es aber, zuzugreifen. Spätestens seit Mitte März hätten sich bei den Ermittlern die Informationen verdichtet, dass sich die Gesuchten im Raum Chemnitz aufhalten sollen.

Eine im Frühjahr 2000 gestartete Operation der Verfassungsschützer aus Thüringen und Sachsen habe sogar bis zu einer Wohnung in Chemnitz geführt, in der zwei mutmaßliche Unterstützer wohnten und welche die Rechtextremisten Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe besuchten. Die Verfassungsschützer hätten auch schon im Frühjahr 2001 Hinweise darauf gehabt, dass das Trio im Untergrund kriminell aktiv war.

Weitere Verbindung zur NPD

In dem Geheimbericht wird zudem laut "Spiegel" eine weitere Verbindung zwischen der NPD und dem Umfeld des Trios benannt, die eine Rolle bei einem neuen NPD-Verbotsverfahren spielen könnte. Demnach hat der spätere stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-Nachwuchsorganisation "Junge Nationaldemokraten", Carsten S., 1999 als Kontaktperson in den Untergrund fungiert. Der Verfassungsschutz bezichtige ihn, Geld nach Sachsen für das Leben in der Illegalität überwiesen zu haben.

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann, beklagte gegenüber dem "Spiegel" das systematische Versagen der Sicherheitsbehörden. "Was wir brauchen, ist eine fundamentale Veränderung der Arbeit."

Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe sollen gemeinsam die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet haben. Der jahrelang unentdeckt gebliebenen Gruppe werden neun Morde an Migranten, ein Mord an einer Polizistin sowie zwei Sprengstoffanschläge in Köln zur Last gelegt.

Mehrere Personen in Untersuchungshaft

Mundlos und Böhnhardt nahmen sich nach derzeitigem Ermittlungsstand Anfang November das Leben, Zschäpe stellte sich der Polizei. Neben ihr sitzen mehrere mutmaßliche Unterstützer der Zelle in U-Haft.


Quelle: AFP , dapd

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Kommentare (16)

zum Forum

Thema: "Terrorgruppe NSU: Verfassungsschutz wusste detailliert über Zwickauer Zelle Bescheid"

Sven schrieb: am 31. Dezember 2011 um 18:38:58
(93) (16) Nur gewusst.
Mir scheint es eher so, als ob der Verfassungsschutz der Hauptsponsor und Pate der NPD sowie jeglichen rechten Terrors in Deutschland ist.

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bernie schrieb: am 31. Dezember 2011 um 18:36:25
(63) (16) da überkommt mich die kalte Wut,
wenn man überlegt, dass das auch noch mit Steuermitteln finanziert ist. Aufgrund dieser Festellungen
empfehle ich den Opfern sich besterAnwälte zu bedienen und Schadensersatzanprüche gegen die Bundesländer Sachsen und Thüringen zu stellen.Die von der Bundesjustizministerin in Aussicht gestellten 10000€ pro Opfer sind angesichts der Mitschuld der Behörden ein Hohn. In den USA müssten Millionen pro Opfer gezahlt werden. NPD=Verfassungschutz???
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bernie schrieb: am 31. Dezember 2011 um 18:20:54
(72) (9) zu@Nemesis
Sie haben recht, es handelt sich eindeutig um Beihilfe.Das bringt das Fass zum Überlaufen. Konsequenzen müssen Folgen.
Insbesondere müssen die Verfassungschützer in Sachsen und Thüringen näher unter die Lupe genommen werden und die Verantwortlichen persönlich zur Rechenschaft gezogen werden, bis hoch in die höchsten Regierungsspitzen. Bauernopfer genügen nicht.
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