23.08.2006, 15:42 Uhr
Das Bundeskriminalamt (BKA) will die Fahndung nach dem zweiten Kofferbomben-Attentäter Jihad H. intensivieren und hat dazu ein neues Foto herausgegeben, das auch im Ausland veröffentlicht wird. Die Bundesanwaltschaft teilte unterdessen mit, dass auch gegen Jihad H. Haftbefehl erlassen wurde. Der flüchtige Mann wird ebenfalls wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des vielfachen versuchten Mordes und der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion gesucht.
Attentatsversuche Ende Juli
Bisher wurde nur mit einem Standbild aus dem Videoüberwachungsfilm nach dem Komplizen von Youssef Mohamad E. H. gesucht, der am vergangenen Samstag in Kiel festgenommen worden war. Die beiden Verdächtigen sollen am Mittag des 31. Juli im Kölner Hauptbahnhof zwei Kofferbomben in Regionalzügen deponiert haben.
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Fahnder sind sich sicher
Das BKA ist sich immer noch sicher, dass der Gesuchte auch tatsächlich der zweite Täter war. Die Ermittler wüssten, "dass der Festgenommene und der zweite Täter zusammengearbeitet haben, dass sie gemeinsam diese Tat geplant haben und sich nach dem 31. Juli abgesetzt haben müssen, mit hoher Wahrscheinlichkeit Richtung Libanon", sagte Ziercke. Allerdings sei noch immer unklar, ob es sich um Einzeltäter handelt, ob sie Unterstützer hatten oder gar einem Netzwerk angehören.
Essener Geschäftsmann im Visier
Nach Informationen der "Bild" kam Jihad H. auf Einladung eines Autohändlers nach Deutschland, der gleichzeitig Mitglied des Essener Integrationsbeirates ist. Die Polizei durchsuchte seine Geschäftsräume in Essen und nahm den Mann vorläufig fest. Der Mann beteuerte seine Unschuld: "Ich kenne einen Verwandten des mutmaßlichen Attentäters. Dieser bat mich vor zwei Jahren darum, eine schriftliche Einladung abzugeben, damit der junge Mann aus dem Libanon nach Deutschland kommen kann, um hier zu studieren", sagte er der "Bild"-Zeitung.
Totale VideoüberwachungBKA-Chef dagegen
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Videoaufnahme des noch Gesuchten T-DSL
"Mein einziger Fehler"
Dies sei für eine Einreise-Erlaubnis nötig gewesen, da der Verwandte selbst damals arbeitslos gewesen sei. "Ich habe diese Einladung geschrieben und den Beschuldigten danach nur einmal getroffen. Das ist mein einziger Fehler." Auch in einem WDR-Interview bestritt der Autohändler, mit einem der Täter verwandt zu sein oder in irgendeiner anderen Weise mit den fehlgeschlagenen Anschlägen zu tun zu haben.
Bericht dementiert
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe dementierte unterdessen einen Bericht des "Hamburger Abendblattes", wonach der am Samstag in Kiel festgenommenen Youssef Mohamad E.H. einen Deutsch-Marokkaner namens Redouane E.H. gekannt und den Behörden schon Anfang Juli erste Erkenntnisse über geplante Anschläge in Zügen vorgelegen hätten. Die Zeitung hatte sich dabei auf BKA-Ermittler berufen. Bislang lägen keine Erkenntnisse über Verbindungen zwischen dem den beiden Männern vor.
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