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Von den Kofferbombern bis zur Sauerland-Zelle
26.09.2008, 14:29 Uhr
Die Polizei hat am Freitag auf dem Flughafen Köln/Bonn zwei aus Somalia stammenden Männer festgenommen, die sich womöglich an islamistischen Anschlägen beteiligen wollen.
Nur einen Tag zuvor hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanwaltschaft eine öffentliche Fahndung nach dem aus dem Saarland stammenden mutmaßlichen Islamisten Eric Breininger und dessen Gesinnungsgenossen Houssain al-Malla eingeleitet. Zwischen beiden Ereignissen gibt es offenbar keinen Zusammenhang, dennoch wecken sie Erinnerungen an in Deutschland geplante Anschläge:
Flughafen Köln-BonnPolizei nimmt Terrorverdächtige fest
2007: Sauerland - US-Einrichtungen
Anfang September 2007 nahmen Sicherheitskräfte in einem Ferienhaus im saarländischen Medebach die beiden zum Islam konvertierten Deutschen Fritz G. und Daniel S. sowie den türkischen Staatsbürger Adem Y. fest. Die Sauerland-Zelle soll Sprengstoffanschläge insbesondere gegen US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland geplant haben. Die drei Männer müssen sich demnächst vor dem OLG Düsseldorf verantworten. Breininger und al-Malla, nach denen öffentlich gefahndet wird, sollen aus dem Umfeld der Sauerland-Zelle kommen.
2006: Köln - Kofferbomber
Am 31. Juli 2006 scheiterte ein Bombenanschlag auf zwei Regionalzüge. Auf dem Kölner Hauptbahnhof hatten die mutmaßlichen Bombenleger - der später im Libanon gefasste Jihad H. und der in Kiel festgenommene Youssef E.H. - in zwei Regionalzügen Kofferbomben deponiert. Die Sprengsätze detonierten nach Ansicht der Ermittler nur wegen handwerklicher Fehler nicht. Youssef E.H. muss sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Jihad H. wurde in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
2004: Berlin - Allawi-Besuch
Am Morgen des 3. Dezember 2004 nahm die Polizei während des Berlin-Besuchs des damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi drei Iraker fest. Sie sollen einen Anschlag auf Allawi geplant haben. Die Anhänger der islamistischen Terrorgruppe Ansar al Islam wurden im Juli vom Oberlandesgericht Stuttgart zu Haftstrafen zwischen siebeneinhalb und zehn Jahren verurteilt.
2003: Berlin und Düsseldorf - Jüdische Einrichtungen
Anschläge auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Berlin und Düsseldorfer Lokale mit überwiegend jüdischen Gästen planten Mitglieder der islamistischen Al-Tawhid-Bewegung. Im November 2003 wurde der geständige Jordanier Shadi A. vom Düsseldorfer Oberlandesgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Vier weitere Mitglieder und Unterstützer der Al-Tawhid-Zelle im Ruhrgebiet wurden in einem zweiten Verfahren im Oktober 2005 für fünf bis acht Jahre hinter Gitter geschickt.
Quelle: AFP