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Technik im 19. Jahrhundert: Das Navigationsgerät ist ein alter Hut

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Das Navigationsgerät ist ein alter Hut

24.08.2008, 00:00 Uhr

Mechanik statt Satellitentechnik: Navigationsgerät aus dem frühen 20. Jahrhundert (Foto: Zoomin) Mechanik statt Satellitentechnik: Navigationsgerät aus dem frühen 20. Jahrhundert (Foto: Zoomin)Ein ganz normaler Morgen im 21. Jahrhundert: Kaffeemaschinen werden eingeschaltet, Drei-Tage-Bärte mit dem elektrischen Rasierer zurecht gestutzt, noch schnell die neuesten Nachrichten abgerufen. Und dann geht es los zur Arbeit. Meist mit dem Auto, ausgestattet mit Klimaanlage und Navigationsgerät.

Doch sind die Dinge, die uns das Leben leichter machen alles Errungenschaften der neuesten technischen Entwicklung? Weit gefehlt. Denn vieles, was so modern daherkommt wurde schon vor rund 200 Jahren entwickelt. "Das 19. Jahrhundert war der Höhepunkt der innovativen Ideen", erklärt Maurice Collins, ein englischer Sammler. Er hat eine ganze Reihe Geräte aus dieser Zeit zusammengetragen und sie der British Libary in London für eine Ausstellung überlassen.

VideoSkurrile Erfindungen von genialen Tüftlern
Foto-Serie Die größten Errungenschaften des 19. Jahrhunderts

Erfindungen beschleunigten das Leben

Dem Erfindungsreichtum schienen damals keine Grenzen gesetzt. Im Zuge der voranschreitenden Industrialisierung schufen findige Tüftler und Ingenieure die Eisenbahn und erfanden das Automobil. Doch es sind nicht nur die Verkehrsmittel, die das Leben im 19. Jahrhundert beschleunigten. Auch der Aufbau der modernen Telekommunikation verändert die Gesellschaft nachhaltig. Die Entwicklung der Telegrafie und die Verbindung von Amerika und Europa durch das erste Transatlantikkabel machten es möglich, dass Informationen weltweit beinahe ohne Zeitverlust übermittelt werden konnten.

Der Grundstein der elektrischen Rasur

Beflügelt von diesen Errungenschaften wurde die Zukunft ein Thema für Techniker und Wissenschaftler. Die Science-Fiction erlebte ihren Aufschwung. Und es blieb nicht bei reiner Fantasie. Die Tüftler wollten mit ihren Ideen Geld verdienen und versuchten sich deshalb oft an alltäglichen und nützlichen Dingen. So wurde zum Beispiel ein Rasierer entwickelt, der wie eine Uhr aufgezogen werden konnte. Damit wurde der Grundstein der elektrischen Rasur gelegt. Bis zu ihrer massenhaften Anwendung vergingen aber noch zwei Jahrhunderte, denn "der ursprüngliche Aufzieh-Rasierer war einfach nicht gründlich genug", sagt Maurice Collins.

Eine selbstgießende Teekanne

Auch ein Vorläufer der heutigen Kaffeemaschinen wurde bereits im 19. Jahrhundert erfunden. Ein Pressmechanismus in einer Teekanne drückte das Wasser durch die Blätter und sorgte so für eine besseren Geschmack des Getränks. Und nicht nur das, wurde der Stopfen weiter heruntergedrückt kam der fertige Tee wie von Zauberhand aus der Tülle und die darunter gestellte Tasse füllte sich quasi im Alleingang.

Nicht alles war praktikabel

Doch nicht alle Erfindungen erwiesen sich als praktikabel. Eine Lesebrille mit Prismentechnik zum Beispiel ging nie in Serienproduktion. Zwar konnte der Leser auf dem Rücken liegen und ein vor ihm stehendes Buch lesen, ohne den Kopf zu heben. Aber so richtig nützlich scheint das Gerät nicht gewesen zu sein, die Konsumenten jedenfalls wollten nichts davon wissen.

Wege finden ohne Satellitentechnik

Und das Navigationsgerät, das uns heute mit Satellitentechnik jeden Weg weist? Auch ein alter Hut. Es wurde bereits um 1900 erfunden und 1920 von einem Geographen als Patent angemeldet. Der steckte einfach kleine Karten in eine Armbanduhr. Mit einem Rädchen ließ sich die Karte weiterdrehen, vom Start bis zum Zielpunkt. Den Weg konnte man damit auch finden, ganz ohne Satellitentechnik.



 

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