28.04.2011, 16:58 Uhr
In Japan trauern Angehörige um ihre toten Familienmitglieder (Foto: Reuters)
Bei bewegenden Trauerfeiern haben die Japaner der Toten des Bebens und Tsunamis vom 11. März gedacht. Unterdessen wurden bei Fisch und Spinat aus der Region Fukushima erhöhte Strahlenwerte gemessen.
Für Buddhisten markiert der 49. Tag nach dem Tod eines Menschen einen wichtigen Punkt der Trauerzeit. Dem Glauben vieler Japaner nach wandert die Seele der Verstorbenen 49 Tage lang in der Umgebung ihres Sterbeorts umher, bevor sie am 50. Tag in eine neue Existenz übergeht. Der Dalai Lama, spirituelles Oberhaupt der Tibeter, besucht zur Zeit Japan. Im Laufe der Woche soll er an einer Gedenkveranstaltung in Tokio teilnehmen.
In der Stadt Soma hatten rund 1200 Menschen den Weg durch die Trümmerlandschaft auf sich genommen, um dort an einer Gedenkveranstaltung teilzunehmen, die von 170 Priestern veranstaltet wurde. Viele der Trauernden trugen gerahmte Fotos ihrer umgekommenen Angehörigen in den Händen und weinten. Einige klammerten sich an hölzerne Tafeln, auf denen die buddhistischen Namen der Verstorbenen standen und die ihnen beim Übergang zum nächsten Leben Orientierung geben sollen. "Es fühlt sich immer noch so an, als sei es nicht real", zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo eine 56-Jährige aus Watari, die ihre Mutter verloren hatte.
"Es werden noch so viele vermisst. Menschen wurden verloren, die nun auf dem Boden des Meers ruhen. Aber an diesem Tag werden sie zu Buddhas. Wir beten für sie alle und für alle fühlenden Wesen", sagte der buddhistische Priester Kojin Sato.
Am 11. März hatte erst ein Erdbeben der Stärke 9,0 das Land getroffen, kurz darauf verwüstete ein verheerender Tsunami die Nordostküste. Am Donnerstag sind mittlerweile 14.564 Todesopfer registriert, 11.356 Menschen werden noch vermisst.
Der Toten gedacht wurde auch an Schulen. In der Okawa-Grundschule in Ishinomaki etwa waren 67 der 108 Kinder und neun der 13 Lehrer gestorben, sieben Kinder und ein Lehrer werden noch vermisst. Trauernde hatten Fotos der Toten aufgehängt; viele weinten. Am 21. April hatte in Japan das neue Schuljahr begonnen. Auf Spielplätzen der Region nahe des zerstörten Kernkraftwerks Fukushima wurden die obersten, stark radioaktiv belasteten Erdschichten abgetragen, damit die Kinder zumindest zeitweise draußen spielen können.
Japans Ministerpräsident Naoto Kan kündigte an, die Regierung werde Mitte Mai eine unabhängige Untersuchungskommission einberufen. Sie soll das Atomunglück analysieren. Japans Außenminister Takeaki Matsumoto will am Freitag zu Staatsbesuchen in die USA, nach Deutschland, in den Senegal und zur EU nach Belgien aufbrechen. In Berlin wird er am Samstag zu einer Atomkraft-Konferenz unter Leitung von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erwartet. Matsumoto wird Kyodo zufolge bei seinen Gesprächen zur Lockerung von Reise- und Handelsbeschränkungen aufzurufen, die einzelne Länder wegen der Atomkatastrophe beschlossen hatten.
Bei zwei Fischproben und bei Spinat aus der Fukushima-Region wurden erhöhte Werte radioaktiven Cäsiums gemessen. Wie der Fernsehsender NHK berichtete, lagen die Werte beim Fisch um das Fünf- bis Sechsfache über dem gesetzlichen Grenzwert. Beim Spinat seien es etwa doppelt soviel Becquerel wie zulässig gewesen.
Nach Regierungsangaben soll im Juni damit begonnen werden, das belastete Abwasser im AKW Fukushima zu dekontaminieren. Ein Teil der verseuchten Brühe war ins Meer gelaufen. Zudem behindert sie die Reparatur der Kühlsysteme und gefährdet die Arbeiter.
Der Kraftwerksbetreiber Tepco teilte mit, dass der Kühl-Testlauf an Reaktor 1 weiter positiv verlaufe. Stündlich würden zehn Tonnen Wasser in den inneren Reaktorbehälter gepumpt, Temperatur und Druck seien wie erwartet gesunken. Der Test sollte noch bis zum Abend fortgesetzt werden. Treten keine Probleme auf, soll der Behälter geflutet werden, bis der Wasserspiegel oberhalb der Brennstäbe im Reaktordruckbehälter liegt.
Das amerikanische Rote Kreuz will die Überlebenden mit 185 Millionen Dollar aus Spendeneinnahmen unterstützen. Für das Geld solle den Menschen, die ihre Häuser und Wohnungen verloren haben, notwendige Haushaltsgeräte wie etwa Reiskocher gekauft werden, kündigte die Chefin der Hilfsorganisation an.
Quelle: dapd , dpa
Danzider schrieb:
am 28. April 2011 um 20:48:28
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Nur einfach traurig
Traurig, dass die GASPROM Aktivisten kennen nicht die zwei verschiedene Katastrophen auseinander halten lassen. Meinem
herzlichen Beileid alle Angehörigen von 25 000 Opfer!
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Riff schrieb:
am 28. April 2011 um 18:36:35
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@christina
Stimmt so nicht besser die Medien verfolgen, für Japanische verhältnisse gab es bereits mehrere grössere anti Atom Demos in
Tokio.
Das Land hat aber keine Protest Kultur deshalb gehen die meisten die sich Sorgen noch nicht auf die Strasse.
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christina schrieb:
am 28. April 2011 um 15:53:59
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radioaktiv
Armes Japan... aber ich konnte nie verstehen, dass ausgerechnet dieses Land AKW baut. Und immer noch schweigen die Japaner. Es geschieht nichts.
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